Tausende Speichergeräte des britischen Geheimdienstes GCHQ sind weiterhin nicht auffindbar, wie das Investigatory Powers Commissioner’s Office (IPCO) berichtet. In seinem Jahresbericht für 2025 erklärt die Aufsichtsbehörde, dass der Geheimdienst die Geräte nicht unmittelbar lokalisieren kann. Einige davon könnten sensible Informationen enthalten.
Aufsichtsbehörde stellt Mängel bei der Geräteverfolgung fest
Zu den betroffenen Geräten gehören USB-Sticks, externe Festplatten, CDs, Speicherkarten und andere Wechseldatenträger. Laut IPCO nutzt GCHQ diese Geräte in großem Umfang. Sie unterstützen wesentliche Teile bestimmter Betriebsabläufe. Schwachstellen bei der Nachverfolgung haben jedoch dazu geführt, dass der Geheimdienst den Verbleib Tausender registrierter Geräte nicht feststellen kann.
GCHQ hat die maximale Anzahl der Geräte geschätzt, die sich nicht unmittelbar lokalisieren lassen. Diese Zahl entspricht allerdings nicht der bestätigten Gesamtzahl dauerhaft verlorener Geräte. Der Geheimdienst muss weitere Untersuchungen durchführen, bevor er feststellen kann, wie viele Geräte tatsächlich verloren gegangen sind.
Diese Unterscheidung ist für die Bewertung der Feststellungen der Aufsichtsbehörde wichtig. Ein nicht auffindbares Gerät kann auf eine unvollständige Dokumentation zurückzuführen sein, anstatt tatsächlich verschwunden zu sein. Das Ausmaß der Unsicherheit hat IPCO jedoch dazu veranlasst, eine fortlaufende Überwachung zu verlangen.
Einige GCHQ-Speichergeräte könnten sensible Daten enthalten
Der Bericht äußert Bedenken, dass einige der nicht auffindbaren Speichermedien Informationen enthalten könnten, die unter den Investigatory Powers Act fallen. Dazu könnte potenziell sensibles Material im Zusammenhang mit der Arbeit des Geheimdienstes gehören. Die vorliegenden Erkenntnisse belegen jedoch weder, welche Informationen sich auf den einzelnen Geräten befinden, noch, ob Personen außerhalb von GCHQ darauf zugegriffen haben.
GCHQ hat die Risiken anerkannt und die Entwicklung eines neuen Werkzeugs zur Überwachung der Aufbewahrung und des Standorts von Wechseldatenträgern in Auftrag gegeben. Die Initiative soll die Fähigkeit des Geheimdienstes verbessern, den Verbleib seiner Geräte systemübergreifend nachzuvollziehen. Unterdessen erklärte IPCO, die Fortschritte während des gesamten Jahres 2026 durch regelmäßige Inspektionen und schriftliche Berichte zu überwachen.
Der Schwerpunkt der Aufsichtsbehörde geht somit über die Ermittlung der endgültigen Anzahl verlorener Geräte hinaus. Er umfasst auch die Bemühungen von GCHQ, die Probleme bei der Nachverfolgung zu beheben. Durch regelmäßige Berichte kann IPCO beurteilen, welche Fortschritte der Geheimdienst bei der Umsetzung dieser Maßnahmen erzielt.
Geheimdienst erklärt, alle Empfehlungen umgesetzt zu haben
Ein Sprecher von GCHQ räumte ein, dass das bisherige System zur Geräteverfolgung nicht ausreichend zuverlässig gewesen sei. Dadurch hatte der Geheimdienst Schwierigkeiten, den Überblick über registrierte Wechseldatenträger zu behalten. Der Sprecher erklärte, GCHQ habe sämtliche Empfehlungen der Aufsichtsbehörde umgesetzt.
Darüber hinaus teilte der Geheimdienst mit, dass mehrere Maßnahmen zur Verringerung der Sicherheitsrisiken im Zusammenhang mit Wechseldatenträgern bestehen. GCHQ bezeichnete seine Reaktion auf die Untersuchungsergebnisse als umfassend und erklärte, die notwendigen Korrekturmaßnahmen ergriffen zu haben. Diese Zusicherungen enthielten jedoch keine endgültige öffentlich bekannte Zahl bestätigter Geräteverluste.
Die ungeklärte Anzahl der Geräte bleibt eine separate Frage, unabhängig von den Verbesserungen der Nachverfolgungsverfahren. Obwohl GCHQ erklärt, die Empfehlungen umgesetzt zu haben, beschreibt der Bericht weitere notwendige Arbeiten zur Klärung des Verbleibs der nicht auffindbaren Geräte. Bis zum Abschluss dieses Prozesses bleibt unklar, wie viele GCHQ-Speichergeräte tatsächlich als verloren bestätigt werden können.


0 Kommentare zu „GCHQ-Speichergeräte: Tausende sind weiterhin nicht auffindbar“