Das FBI hat den Kryptodiebstahl bei Binance im Wert von 6,3 Milliarden US-Dollar nordkoreanischen, staatlich unterstützten Hackern zugeschrieben, die unter dem Namen TraderTraitor bekannt sind. Der Angriff ereignete sich um den 29. Oktober 2026. Dabei wurden Kryptowährungen im Wert von rund 6,36 Milliarden US-Dollar über zehn Blockchains hinweg gestohlen. Der Bericht beschreibt den Vorfall als den größten Kryptowährungsdiebstahl aller Zeiten.
FBI identifiziert Hunderte Kryptowährungsadressen
Die Zuordnung durch die Behörde folgt auf frühere Erkenntnisse der Blockchain-Analyseunternehmen TRM Labs und Chainalysis. Beide Unternehmen hatten den Diebstahl bereits mit TraderTraitor in Verbindung gebracht. Der Bericht verknüpft die Gruppe außerdem mit den Namen Lazarus Group, Jade Sleet und APT38.
Nach Angaben des FBI haben die Angreifer die gestohlenen Vermögenswerte hauptsächlich in Ethereum umgewandelt. Die Ermittler rechnen mit weiteren Geldwäscheaktivitäten über dezentrale Finanzplattformen und Dienste zum sofortigen Umtausch von Kryptowährungen. Daher haben die Behörden Unternehmen, die virtuelle Vermögenswerte verwalten, aufgefordert, Transaktionen mit den zugehörigen Adressen zu blockieren.
Das FBI veröffentlichte 628 Kryptowährungsadressen, die mit dem Diebstahl in Verbindung stehen. Darunter befinden sich 608 Ethereum-Adressen, 19 Bitcoin-Adressen und eine Solana-Adresse. Unterdessen schlossen sich der US Secret Service und die Steuerfahndungsabteilung der US-Steuerbehörde IRS, IRS Criminal Investigation, dem Aufruf an Kryptobörsen, Blockchain-Betreiber und andere Dienstleister an.
Kompromittierter Laptop ermöglichte den Binance-Kryptodiebstahl
Binance führte den Sicherheitsvorfall auf einen kompromittierten Laptop zurück, der einem DevOps-Ingenieur gehörte. Nach Angaben der Kryptobörse nutzten die Angreifer diesen Zugang, um auf einen Service-Container zuzugreifen und unautorisierte Auszahlungstransaktionen einzureichen. Der Großteil der gestohlenen Kryptowährungen verließ die Plattform innerhalb von nur 20 Minuten.
Der Vorfall spiegelt ein umfassenderes Muster von Angriffen auf Mitarbeiter wider, die Zugang zur Kryptowährungsinfrastruktur haben. Der vorliegende Bericht stellt jedoch nicht fest, wie die Angreifer den Laptop des Binance-Ingenieurs ursprünglich kompromittierten. Daher bleibt unbestätigt, ob gefälschte Stellenangebote oder eine andere Social-Engineering-Methode diesen konkreten Angriff ermöglichten.
Nordkoreanische Hacker haben Entwickler und Beschäftigte der Kryptowährungsbranche bereits früher mit betrügerischen Stellenangeboten kontaktiert. Bei der als Operation DreamJob bekannten Kampagne geben sich die Angreifer als Personalvermittler aus und überreden ihre Zielpersonen, Schadsoftware zu installieren. Solche Methoden können den Computer eines Mitarbeiters zum Einstiegspunkt für einen umfassenderen Angriff machen.
Frühere Angriffe zielten auf Entwickler und vertrauenswürdige Kontakte
Auch bei früheren Kryptowährungsdiebstählen spielten kompromittierte Geräte von Mitarbeitern oder Entwicklern eine Rolle. Beim Angriff auf DMM Bitcoin gaben sich Hacker auf LinkedIn als Personalvermittler aus und nahmen einen Mitarbeiter des Wallet-Unternehmens Ginco ins Visier. Sie überredeten den Mitarbeiter, schädlichen Python-Code auszuführen, den sie als Einstellungstest präsentierten.
Auch der Diebstahl bei Bybit umfasste einen kompromittierten Computer eines Safe-Entwicklers sowie die Manipulation einer legitimen Transaktion. Der gemeldete Angriff auf Drift beruhte dagegen auf einem monatelangen Aufbau persönlicher Beziehungen, einschließlich Treffen auf Branchenkonferenzen. Die Ermittler vermuten, dass ein schädliches Code-Repository oder eine TestFlight-Anwendung bei dieser Operation zur Kompromittierung von Geräten beigetragen haben könnte.
Binance gibt an, 95 Prozent des Verlusts gedeckt zu haben
Nach dem Binance-Kryptodiebstahl erklärte die Kryptobörse, inzwischen rund 95 Prozent des betroffenen Betrags gedeckt zu haben, gegenüber zuvor 90 Prozent. Der verbleibende Anteil betraf weniger liquide Token, die das Unternehmen weiterhin über Markttransaktionen und außerbörsliche Geschäfte erwarb. Binance erklärte außerdem, die finanziellen Verluste selbst zu tragen und nicht an seine Nutzer weiterzugeben.
In seiner Mitteilung vom 1. November kündigte das Unternehmen an, Auszahlungen noch am selben Tag zwischen 06:00 und 09:00 Uhr UTC schrittweise wieder zu ermöglichen. Binance erklärte, dass Einzahlungen weiterhin nicht betroffen seien, und bestätigte die vollständige Deckung der Guthaben mehrerer wichtiger Kryptoassets, darunter Bitcoin, Ethereum und USDT. Die Mitteilung beschrieb jedoch eine geplante Wiederaufnahme und bestätigte nicht, dass Auszahlungen bereits wieder möglich waren.


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