Neue Vorwürfe zum Datenschutz bei Samsung-Fernsehern sind aufgetaucht, nachdem ein Reverse-Engineering-Experte behauptet hatte, umfangreiche Überwachungsfunktionen in einem Fernseher aus dem Jahr 2025 entdeckt zu haben. Der Forscher, der unter dem Namen Log4j auftritt, behauptet, dass die Software audiobezogene Informationen sammelt, Zuschauerprofile erstellt und Daten mit Hunderten von Partnern teilt.
Der vorliegende Bericht enthält jedoch weder einen unabhängig verifizierten technischen Bericht noch eine Stellungnahme von Samsung. Die Erkenntnisse bleiben daher unbestätigte Behauptungen, einschließlich der Angaben darüber, welche Informationen den Fernseher tatsächlich verlassen.
Forscher identifiziert audiobezogene Funktionen
Log4j begann mit der Untersuchung, nachdem ihm Werbung aufgefallen war, die ungewöhnlich genau auf seine Interessen zugeschnitten schien.
Nach Angaben des Forschers enthielt die Software des Fernsehers ein Paket namens „always on voice“. Er interpretierte dies als eine Funktion, die Umgebungsgeräusche über ein eingebautes Mikrofon erfassen kann.
Der Forscher beschrieb außerdem Telemetriepfade, die Sensoreinstellungen, Ereigniszähler für Hundegebell und Babygeschrei sowie die Dauer von Kamera-Streams enthielten.
Das Auffinden dieser Funktionen in der Software beweist jedoch für sich genommen nicht, dass ein Fernseher kontinuierlich private Gespräche aufzeichnet oder überträgt. Der vorliegende Bericht klärt nicht, wann diese Funktionen aktiviert werden oder welche Berechtigungen sie steuern.
Verbundene Geräte spielen bei den Datenschutzvorwürfen gegen Samsung-Fernseher eine Rolle
Die Behauptungen betreffen auch mehr als nur Fernseher mit eingebauten Mikrofonen.
Laut Log4j kann die Software angeschlossene Geräte wie Soundbars oder Bluetooth-Geräte erkennen und verfügbare Mikrofone nutzen. Der Forscher behauptet, dass das System anschließend Umgebungsgeräusche kategorisiert und Informationen an Samsung meldet.
Der Bericht belegt jedoch nicht, welches Zubehör dieses Verhalten unterstützt. Außerdem bleibt unklar, ob Benutzer zunächst bestimmte Sprach- oder Smart-Home-Funktionen aktivieren müssen.
Diese Unterschiede sind wichtig, da das Vorhandensein einer mikrofonbezogenen Funktion nicht belegt, wie jeder einzelne Fernseher sie verwendet.
KI-Profiling und Datenweitergabe an Partner stehen im Fokus
Log4j behauptet außerdem, dass der Fernseher Systeme zur automatischen Inhaltserkennung, Erfassung von Standortdaten, Netzwerkkartierung und gezielten Werbung enthält.
Darüber hinaus behauptet der Forscher, dass KI die Auswahl der angesehenen Inhalte und übersprungene Werbung analysiert, um Nutzerprofile zu erstellen. Er gibt an, dass die gesammelten Informationen Samsung und mehr als 400 Partner erreichen.
Das verfügbare Material identifiziert diese Partner jedoch nicht und erklärt auch nicht, welche Informationen jeder von ihnen angeblich erhält. Ebenso wenig wird belegt, ob die Weitergabe rohe Audiodaten, Ereigniszähler, Werbe-IDs oder andere Informationen umfasst.
Der Umfang der mutmaßlichen Datenweitergabe bleibt daher unklar.
Fernsupport-Funktion erregt ebenfalls Aufmerksamkeit
Während der Untersuchung identifizierte Log4j Berichten zufolge eine Komponente namens „rmdemon“. Er beschrieb sie als Fernverwaltungsfunktion, die es dem Samsung-Support ermöglicht, vorübergehende Diagnosen durchzuführen.
Ferndiagnosen können einem legitimen Supportzweck dienen. Der Bericht erklärt jedoch nicht die Einwilligungsanforderungen, Zugriffsbeschränkungen oder den Aktivierungsprozess der Funktion.
Laut Log4j stammen die Erkenntnisse von einem regulären Samsung-Fernseher, der in der Europäischen Union verkauft wurde.
Forscher berichtet über Deaktivierung seines OpenAI-Kontos
Unabhängig davon erklärte Log4j, dass OpenAI sein Konto während der Untersuchung unter Verweis auf Cybermissbrauch deaktiviert habe.
Der Forscher bestritt, die Tools zum Ausnutzen von Systemen oder zum Aufspüren von Schwachstellen verwendet zu haben, und erklärte, dass er sie für Reverse Engineering eingesetzt habe.
Der vorliegende Bericht stellt jedoch keinen Zusammenhang zwischen der Samsung-Untersuchung und der Kontoentscheidung her.
Die Datenschutzvorwürfe gegen Samsung-Fernseher lassen mehrere Fragen offen. Ein vollständiger technischer Bericht und eine Stellungnahme des Unternehmens würden helfen zu klären, welche Funktionen standardmäßig aktiv sind, wodurch sie aktiviert werden und welche Daten sie übertragen.


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