Der Cyberangriff auf Ahold Delhaize beeinträchtigte den Onlinehandel, mobile Apps und andere Dienste in den USA und Europa. Der Einzelhandelskonzern nahm einige Systeme vom Netz, nachdem er bösartige Aktivitäten entdeckt hatte. Die physischen Geschäfte blieben jedoch geöffnet.

In einer Aktualisierung vom 19. Oktober informierte das Unternehmen über die Fortschritte bei der Wiederherstellung. Mehrere europäische Websites und Apps waren wieder verfügbar, während die Teams auf beiden Seiten des Atlantiks weiterhin an der Wiederherstellung anderer Dienste arbeiteten.

Kunden und Mitarbeiter haben Zugriffsprobleme

In den Niederlanden hatten Kunden Probleme mit Websites, Apps und Kundenserviceplattformen von Albert Heijn, Etos und Gall & Gall. Unterdessen waren auch Delhaize-Kunden in Belgien von der Störung betroffen.

Mitarbeiter der US-amerikanischen Supermarktkette Stop & Shop berichteten zudem über Schwierigkeiten beim Zugriff auf Dienstpläne und Gehaltsabrechnungen.

Ahold Delhaize bestätigte, dass das Unternehmen im Rahmen seiner Gegenmaßnahmen bestimmte Systeme abgeschaltet hatte. Allerdings stellte es nicht klar, ob die Angreifer Geräte verschlüsselt hatten, und erläuterte auch nicht die vollständigen Auswirkungen auf die Unternehmens- und Filialinfrastruktur.

Onlinedienste kehren zurück, während die Wiederherstellung andauert

Zum Zeitpunkt der Aktualisierung vom 19. Oktober waren die meisten Markenwebsites und Apps in Mittel- und Südosteuropa wieder online. Auch die E-Commerce-Dienste in Belgien hatten ihren vollständigen Betrieb wieder aufgenommen.

In den Niederlanden hatte Albert Heijn seine Website und App wiederhergestellt. Der Einzelhändler erwartete, dass die Hauslieferungen am Freitag, dem 23. Oktober, wieder aufgenommen werden könnten.

Auch die Websites von Etos und Gall & Gall waren wieder verfügbar. Einige Dienste innerhalb des gesamten Konzerns erforderten jedoch weiterhin Wiederherstellungsarbeiten.

Für seine US-amerikanischen Marken erwartete Ahold Delhaize, dass die Online-Einkaufsdienste in den folgenden Tagen wieder verfügbar sein würden. Dieser Zeitplan stellte jedoch lediglich eine Erwartung dar und keine Bestätigung einer abgeschlossenen Wiederherstellung.

Untersuchung findet keine Hinweise auf Diebstahl sensibler Daten

Das Unternehmen erklärte, dass die laufende Untersuchung keine Hinweise darauf gefunden habe, dass Angreifer sensible Informationen von Kunden, Mitarbeitern oder Partnern gestohlen hätten.

Dieses Ergebnis war jedoch weiterhin vorläufig. Es stellte keine endgültige Schlussfolgerung über die Auswirkungen des Angriffs auf die Daten dar.

Ahold Delhaize hielt außerdem weitere technische Einzelheiten zurück. Das Unternehmen begründete dies mit Bedenken, die Reaktionsmaßnahmen zu beeinträchtigen oder Sicherheitsvorkehrungen zu schwächen.

Folglich lassen sich anhand der verfügbaren Informationen weder die Angriffsmethode noch die Verantwortlichen identifizieren. Auch ist nicht bestätigt, ob Ransomware eine Rolle spielte.

Einzelhandelskonzern meldet Angriff an niederländische Behörden

Ahold Delhaize informierte das niederländische Nationale Zentrum für Cybersicherheit innerhalb von 24 Stunden nach der Entdeckung der bösartigen Aktivitäten. Anschließend übermittelte das Unternehmen weitere Informationen an das Zentrum, die Strafverfolgungsbehörden und die zuständigen Aufsichtsbehörden.

Das Unternehmen bestätigte außerdem, dass es eine formelle Anzeige bei der niederländischen Polizei erstattet hatte.

Unterdessen entschuldigte sich Vorstandsvorsitzender Frans Muller für die Störung, insbesondere für die Unannehmlichkeiten, die den Kunden entstanden waren.

Früherer Angriff legte Millionen von Datensätzen offen

Der Cyberangriff auf Ahold Delhaize folgt auf einen separaten Vorfall, der im November 2024 die US-amerikanischen Systeme des Konzerns betraf.

Bei diesem früheren Angriff stahlen die Täter personenbezogene, finanzielle und gesundheitliche Informationen von mehr als 2,2 Millionen Menschen. Die Ransomware-Gruppe INC Ransom bekannte sich zu dem Angriff.

Die vorliegenden Informationen stellen jedoch keine Verbindung zwischen dieser Gruppe und dem jüngsten Vorfall her.

Ahold Delhaize beschäftigt mehr als 384.000 Mitarbeiter und betreibt 9.551 Geschäfte in den USA, Europa und Indonesien. Die Unternehmen des Konzerns bedienen jede Woche rund 77 Millionen Kunden.


0 Kommentare zu „Cyberangriff auf Ahold Delhaize beeinträchtigt Dienste in den USA und Europa“