Ein Deepfake-Fall bei der Polizei in Südkorea hat Fragen zu den Hintergrundüberprüfungen bei der Einstellung aufgeworfen, nachdem die Behörden einen aktiven Polizeibeamten angeklagt und in Untersuchungshaft genommen hatten. Der 28-jährige Polizeibeamte soll sexuelle Deepfake-Videos von Bekannten erstellt und illegales Material über Telegram verbreitet haben.
Unterlagen, die die nationale Polizeibehörde dem Parlamentsmitglied Seo Myeong-ok vorgelegt hat, beschreiben etwa 400 Deepfake-Videos und mehr als 5.500 illegale Videos. Die Vorwürfe beziehen sich auf Aktivitäten zwischen 2022 und 2026.
Bei den gemeldeten Anklagepunkten handelt es sich jedoch weiterhin um Vorwürfe. Die verfügbaren Informationen enthalten keine Angaben zu einer Verurteilung im aktuellen Fall.
Verdeckte Ermittlungen führten im Juli zur Festnahme
Die Polizei von Busan nahm den Beamten, der in Berichten als Gong identifiziert wird, im Juli 2026 fest. Die Ermittler verfolgten die Verbreitung illegaler Inhalte auf Telegram im Rahmen einer verdeckten Operation.
Den Unterlagen zufolge soll Gong die Videos über einen Zeitraum von etwa vier Jahren produziert und verbreitet haben. Die gemeldete Anklage umfasst mutmaßliche Verstöße gegen Gesetze zum Schutz junger Menschen vor sexueller Ausbeutung und zur Bekämpfung von Sexualdelikten.
Die verfügbaren Informationen klären nicht, ob die etwa 400 Deepfake-Videos bereits in der größeren Gesamtzahl enthalten sind. Daher sollten die Zahlen nicht automatisch addiert werden.
Früherer Vorwurf heimlicher Filmaufnahmen lag vor der Einstellung bei der Polizei
Gong war bereits zuvor beschuldigt worden, im September 2020 eine Frau an einer Bushaltestelle heimlich gefilmt zu haben. Dieser Fall führte 2021 zu einer bedingten Aussetzung der Anklageerhebung.
Anschließend trat er im Dezember 2023 in den Polizeidienst ein. Somit begann der mutmaßliche Zeitraum der Videoproduktion bereits vor seiner Einstellung und setzte sich während seiner Dienstzeit fort.
Der frühere Fall hat die Aufmerksamkeit darauf gelenkt, wie die Polizei den Hintergrund von Bewerbern überprüft. Laut dem Bericht hinderte der Ausgang des Verfahrens Gong nicht daran, in den Polizeidienst einzutreten.
Die verfügbaren Informationen belegen jedoch nicht, was die für die Einstellung Verantwortlichen über den früheren Vorwurf wussten oder wie sie ihn bewerteten.
Drei Auszeichnungen geraten in den Fokus
Während seiner Polizeikarriere erhielt Gong drei Auszeichnungen. Seine Vorgesetzten sollen sein Verhalten gelobt und ihn anderen Beamten als Vorbild präsentiert haben.
Diese Auszeichnungen sind zu einem weiteren Schwerpunkt des Deepfake-Falls bei der Polizei geworden. Das Parlamentsmitglied Seo Myeong-ok stellte infrage, ob die Personalüberprüfungen und die interne Aufsicht schwerwiegende Bedenken nicht erkannt hatten.
Sie forderte die Polizeiorganisation auf, sowohl ihre Überprüfungsverfahren als auch ihre Managementsysteme zu untersuchen.
Die Problematik geht daher über die eigentliche Einstellungsentscheidung hinaus. Sie betrifft auch die Frage, wie die Polizei den Beamten nach seinem Dienstantritt beurteilte und beaufsichtigte.
Fall wirft Fragen zur institutionellen Aufsicht auf
Die gemeldete Chronologie umfasst einen früheren Vorwurf heimlicher Filmaufnahmen, den Eintritt in den Polizeidienst und anschließende Auszeichnungen. Unterdessen betrifft das aktuelle Strafverfahren die mutmaßliche Produktion und Verbreitung illegaler sexueller Inhalte.
Zusammen haben diese Ereignisse Forderungen nach einer genaueren Überprüfung der Personalkontrollen bei der Polizei ausgelöst. Der verfügbare Bericht enthält jedoch keine Ergebnisse einer internen Untersuchung und benennt keine konkreten Verfahrensfehler.
Das Strafverfahren und die Fragen zur institutionellen Aufsicht bleiben getrennte Angelegenheiten. Die Behörden müssen feststellen, ob die mutmaßlichen Straftaten begangen wurden, während eine mögliche Personalüberprüfung untersuchen würde, wie die Einstellung und Beaufsichtigung erfolgten.


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