Ein Yandex-Rechenzentrum in der russischen Region Wladimir stellte am 11. Oktober nach einem Drohnenangriff, bei dem seine Infrastruktur beschädigt wurde, den gesamten Betrieb ein. Das Unternehmen meldete keine Verletzten, warnte jedoch davor, dass seine verbleibenden Cloud-Ressourcen instabil seien.

Yandex erklärte, dass Rettungskräfte am Standort eingetroffen seien, um sich um die Schäden zu kümmern. Unterdessen lief die Cloud-Plattform des Unternehmens mit eingeschränkter Funktionalität weiter, während die Wiederherstellungsarbeiten begannen.

Dem Vorfall waren bereits Schäden an zwei weiteren Yandex-Einrichtungen Anfang derselben Woche vorausgegangen, wodurch die Recheninfrastruktur des Unternehmens zusätzlich unter Druck geriet.

Yandex empfiehlt Kunden, alternative Wiederherstellungsmöglichkeiten zu prüfen

Nach dem Angriff in Wladimir erklärte Yandex, dass seine Cloud-Plattform im Notbetrieb laufe.

Das Unternehmen warnte außerdem, dass die verbleibende Ressourcenkonfiguration instabil sei. Daher empfahl es seinen Kunden, nach Möglichkeit alternative Notfallwiederherstellungspläne zu nutzen.

Diese Warnung ist für Unternehmen von Bedeutung, die auf Yandex Cloud angewiesen sind, um Anwendungen auszuführen, Rechenkapazität bereitzustellen oder Informationen zu speichern. Die eingeschränkte Funktionalität der Plattform könnte diese Dienste beeinträchtigen, selbst wenn Kunden keine direkte Verbindung zum beschädigten Standort haben.

Die Aussagen des Unternehmens bestätigten jedoch nicht, dass durch den Angriff Kundendaten zerstört wurden. Zu den unmittelbar bestätigten Auswirkungen gehörten Schäden an der Infrastruktur, die Abschaltung des Rechenzentrums und eingeschränkte Cloud-Kapazitäten.

Drei Einrichtungen innerhalb von vier Tagen beschädigt

Die Abschaltung in Wladimir war der dritte Angriff zwischen dem 8. und 11. Oktober, bei dem Einrichtungen von Yandex beschädigt wurden.

Zunächst verursachte ein Drohnenangriff am 8. Oktober einen Brand im Rechenzentrum des Unternehmens in Sasowo, südöstlich von Moskau. Auch diese Einrichtung stellte ihren Betrieb ein.

In Sasowo befinden sich zwei der drei Supercomputer, die Yandex zur Entwicklung seines KI-Modells einsetzt. Aus den verfügbaren Informationen ging jedoch nicht hervor, ob die Maschinen bei dem Angriff beschädigt wurden.

Anschließend beschädigten ukrainische Drohnen am 9. Oktober eine weitere Yandex-Einrichtung in der Region Kaluga. Dieser Vorfall führte dazu, dass ein Teil des Standorts abgeschaltet werden musste.

Der darauffolgende Angriff in Wladimir belastete somit ein bereits beeinträchtigtes Netzwerk von Einrichtungen zusätzlich.

Ukraine bezeichnet Angriffe als Reaktion auf russische Attacken

Nach dem Vorfall in Sasowo stellte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj einen Zusammenhang zwischen den ukrainischen Maßnahmen und russischen Angriffen auf ukrainische Rechenzentren her.

Er beschrieb die Reaktion als Spiegelung des russischen Vorgehens, lehnte es jedoch ab, operative Einzelheiten offenzulegen.

Unterdessen hatten die russischen Behörden die Betreiber von Rechenzentren bereits angewiesen, sich auf mögliche Drohnenangriffe vorzubereiten. Diese Vorbereitungen folgten auf die Ausweitung der ukrainischen Langstreckenangriffe gegen russische Infrastruktur.

Die jüngsten Vorfälle zeigen, wie physische Angriffe auf Rechenanlagen Dienste beeinträchtigen können, die weit über die betroffenen Gebäude hinausreichen. In diesem Fall führten Schäden an mehreren Standorten dazu, dass Yandex seine Kunden vor der eingeschränkten Zuverlässigkeit der verbleibenden Ressourcen warnte.

Zeitplan für die Wiederherstellung bleibt unklar

Yandex erklärte, dass das Unternehmen nach der jüngsten Abschaltung eines Yandex-Rechenzentrums an der Wiederherstellung seiner Systeme arbeite. Die verfügbaren Informationen enthielten jedoch keinen verbindlichen Zeitplan für eine vollständige Wiederherstellung.

Für Cloud-Kunden bleibt die Verfügbarkeit der Dienste die unmittelbare Sorge, solange die Plattform nur eingeschränkt funktioniert. Auch der Zustand der KI-Supercomputer in Sasowo ist weiterhin ungewiss.

Obwohl das Unternehmen keine Verletzten in Wladimir meldete, waren die betrieblichen Auswirkungen weiterhin in seiner gesamten Cloud-Infrastruktur spürbar.


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