Gefälschte Reiseangebote verbreiten sich rasant online – und Betrüger machen damit große Kasse. Mit dem Start der Sommersaison haben Cyberkriminelle einen florierenden Untergrundmarkt für stark vergünstigte Luxusreisen aufgebaut – finanziert durch Betrug.
Cybersicherheitsexperten warnen davor, dass gefälschte Reisebüros ahnungslose Kunden mit unschlagbaren Angeboten ködern. Doch hinter den schicken Websites und Anzeigen verbirgt sich ein ausgeklügelter Betrug, der auf gestohlenen Kreditkartendaten und Zugangsdaten zu Bonusprogrammen basiert.
So funktioniert der Betrug
Das Schema ist als „Triangulationsbetrug“ bekannt und läuft folgendermaßen ab:
- Ein gefälschtes Reisebüro wirbt mit stark reduzierten Reisen.
- Ein Kunde bucht die Reise und zahlt einen vergünstigten Preis.
- Die Betrüger verwenden gestohlene Kartendaten, um den vollen Reisepreis zu bezahlen.
- Der Kunde erhält eine echte Buchung – finanziert mit gestohlenen Daten.
- Die Betrüger streichen die Differenz ein.
Manchmal sind die „Opfer“ nicht einmal ahnungslos. Laut der Cybersicherheitsfirma Trustwave buchen einige Kunden bewusst über diese Kanäle, um Luxusreisen zum Spottpreis zu ergattern – was sie rechtlich in Schwierigkeiten bringen kann.
Ein florierender Schwarzmarkt
Trustwave und Riskified berichten von einem starken Anstieg an Darknet-„Reisebüros“ mit Namen wie Pastriarch, die gefälschte Buchungen samt Support und Ersatz bei Zahlungsausfällen anbieten.
- Betrugsschaden: 37 Milliarden US-Dollar pro Jahr
- Hochwertige Ziele: Vielfliegerkonten werden für bis zu 700 Dollar gehandelt
- Hacking-Anleitungen: Online für ein paar Hundert Dollar erhältlich
Die Betrüger agieren professionell und schnell. Sie buchen oft nur ein bis zwei Tage im Voraus, um Betrugserkennungssysteme zu umgehen. Falls eine Karte abgelehnt wird, greifen sie sofort zur nächsten.
Reisebranche ist überfordert
Die Hotel- und Reisebranche ist überlastet. Da Buchungen unter echten Namen und Kontaktdaten erfolgen, ist der Betrug schwer zu erkennen. Schlimmer noch: Wenn eine Zahlung fehlschlägt, buchen manche Betrüger sogar neu – mit besserem „Kundenservice“ als bei seriösen Anbietern.
Branchenvertreter rufen zur Vorsicht auf: Wenn ein Angebot zu gut klingt, um wahr zu sein – dann ist es das wahrscheinlich auch.
Fazit
Gefälschte Reiseangebote sind längst kein harmloser Ärger mehr – sie sind Teil eines milliardenschweren Verbrecherkartells. Mit dem Anstieg der Reisetätigkeit sollten Urlauber wachsam bleiben, Buchungsquellen sorgfältig prüfen und dubiose „Luxus“-Schnäppchen meiden. Hinter den hübschen Broschüren könnte sich ein Netz aus Cyberkriminalität verbergen.


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