Eine Datenpanne bei Thomson Reuters betraf Gerichtssysteme in 11 US-Bundesstaaten, auf den Amerikanischen Jungferninseln und in Ontario, Kanada, nachdem sich eine unbefugte Partei Zugang zu Dateien auf der Fallmanagement-Plattform C-Track verschafft hatte.

Das Unternehmen erklärte, dass es am 30. Juni verdächtige Aktivitäten in einer seiner Cloud-Umgebungen entdeckt habe. Eine spätere Untersuchung ergab, dass im März auf bestimmte C-Track-Dateien zugegriffen worden war.

Gerichtsakten enthielten personenbezogene Daten

Thomson Reuters erklärte, dass einige der betroffenen Gerichtsakten Namen und personenbezogene Daten enthielten. Das Unternehmen hat jedoch nicht offengelegt, welche konkreten Daten kompromittiert wurden oder wie viele Personen betroffen sein könnten.

Personen, die an Gerichtsverfahren beteiligt waren oder in Gerichtsdokumenten genannt wurden, könnten von der Offenlegung ihrer personenbezogenen Daten betroffen sein. Das Unternehmen hat auch nicht angegeben, wer für den Angriff verantwortlich war.

C-Track wird von Gerichten zur Verwaltung digitaler Fallakten und damit verbundener Gerichtsverfahren eingesetzt.

Mehrere US-Gerichtsbarkeiten betroffen

Die Datenpanne bei Thomson Reuters betraf Gerichtssysteme in Alabama, Pennsylvania, Kentucky, Montana, Nevada, North Dakota, South Carolina, Tennessee, Ohio, New Hampshire und Wyoming.

Der Vorfall betraf außerdem die Amerikanischen Jungferninseln und Ontario. Die obersten Richter des Court of Appeal, des Superior Court of Justice und des Court of Justice in Ontario erklärten, dass das Unternehmen Maßnahmen ergriffen habe, um die Aktivitäten einzudämmen.

Thomson Reuters arbeitete während der Reaktion auf den Vorfall mit dem Ministry of the Attorney General von Ontario und den betroffenen Gerichten zusammen.

C-Track bleibt in Betrieb

Thomson Reuters erklärte, dass das Unternehmen externe Cybersicherheitsexperten hinzugezogen, die Strafverfolgungsbehörden informiert und die C-Track-Umgebung abgesichert habe. Zudem wurden betroffene Kunden benachrichtigt.

Das Unternehmen erklärte, dass der Vorfall den Betrieb von C-Track nicht beeinträchtigt habe. Nach der Überprüfung der ergriffenen Abhilfemaßnahmen seien seine Produkte und Dienstleistungen weiterhin vollständig funktionsfähig und sicher nutzbar.

Thomson Reuters Canada beantwortet Anfragen in beiden Ländern und plante, am 4. September ein Kontaktzentrum zu eröffnen. Das Unternehmen hat keine weiteren Einzelheiten zu den betroffenen Dateien oder zur Ursache der Datenpanne bekannt gegeben.


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