Hacker behaupten, dass sie 4 TB an Datenbanken und Quellcode des KI-Rekrutierungsunternehmens Mercor gestohlen haben und zum Verkauf anbieten. Das mutmaßliche Datenleck bei Mercor wurde nicht unabhängig bestätigt, und das Unternehmen hatte sich zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht öffentlich zu der neuen Behauptung geäußert.

Mercor arbeitet mit großen KI-Unternehmen zusammen, darunter OpenAI, Google, Meta und Microsoft. Die Angreifer veröffentlichten die angeblichen Daten in einem Cybercrime-Forum und behaupteten, dass sie umfangreiche Unternehmensinformationen enthalten.

Forscher von Cybernews untersuchten Proben, die dem Angebot beigefügt waren. Diese enthielten Berichten zufolge Nutzerprotokolle, Prompts und Datensätze, die Systemnutzer und deren Rollen zeigen.

Angebliche Dateien könnten sensible Aktivitäten offenlegen

Falls die Daten echt sind, könnte das mutmaßliche Datenleck bei Mercor Informationen über Nutzer, Einstellungsaktivitäten und interne Plattformabläufe offenlegen.

Prompts und Nutzerprotokolle können private Gespräche, Geschäftsabläufe und Informationen enthalten, die von Bewerbern oder Kunden eingegeben wurden. Daten zu Nutzerrollen könnten außerdem zeigen, wer über Administratorzugriff oder andere Verantwortlichkeiten innerhalb eines Systems verfügt.

Angreifer könnten diese Informationen mit anderen geleakten Datensätzen kombinieren, um Phishing, Identitätsmissbrauch und gezielte Social-Engineering-Angriffe durchzuführen.

In dem Forumsbeitrag wird behauptet, dass das gestohlene Material sowohl Datenbanken als auch Quellcode umfasst. Forscher und betroffene Unternehmen benötigen jedoch weitere Beweise, bevor sie Umfang, Quelle oder Echtheit der angeblichen Dateien bestätigen können.

Mercor meldete zuvor einen Lieferkettenvorfall

Die jüngste Behauptung folgt auf einen separaten Sicherheitsvorfall, den Mercor Anfang 2026 offengelegt hatte.

Im März zielten kompromittierte Versionen der Open-Source-Bibliothek LiteLLM Berichten zufolge auf Zugangsdaten von Systemen ab, auf denen sie installiert wurden. Mercor erklärte später, dass Angreifer auf einen begrenzten Teil sensibler Daten von Auftragnehmern zugegriffen hatten.

Der frühere Vorfall betraf Berichten zufolge hochsensible Daten, darunter amtliche Ausweisdokumente, Zahlungsinformationen, biometrische Daten, Sprachaufzeichnungen und Videoaufnahmen von KI-Interviews.

Mercor erklärte, dass sein Sicherheitsteam die Aktivitäten entdeckt, den unbefugten Zugriff eingedämmt und während der Untersuchung mit externen Sicherheitspartnern und Strafverfolgungsbehörden zusammengearbeitet habe.

Zusammenhang zwischen den Vorfällen bleibt unklar

Das neue Angebot verweist ebenfalls auf 4 TB angeblich gestohlener Daten. Frühere Berichte brachten eine ähnliche Menge an Auftragnehmerdaten mit dem LiteLLM-Lieferkettenvorfall in Verbindung.

Diese übereinstimmende Zahl ist bemerkenswert, beweist jedoch nicht, dass die beiden Ereignisse miteinander verbunden sind. Das mutmaßliche Datenleck bei Mercor könnte bereits zuvor gestohlenes Material, einen neuen Einbruch, übertriebene Behauptungen oder eine Mischung verschiedener Datensätze umfassen.

Bis Mercor oder eine unabhängige Untersuchung das Angebot verifiziert, sollte die Behauptung als unbestätigt gelten.

Nutzer sollten auf gezielte Betrugsversuche achten

Personen, die die Plattform von Mercor genutzt haben, sollten vorsichtig bleiben, insbesondere wenn sie unerwartete Stellenangebote, Kontowarnungen oder Anfragen nach Dokumenten erhalten.

Ein Leak mit Prompts, Protokollen oder Nutzerrollen kann Kriminellen nützlichen Kontext für überzeugende Betrugsversuche liefern. Nutzer sollten keine Zugangsdaten oder Identitätsdokumente über unaufgeforderte Nachrichten weitergeben und berufsbezogene Kommunikation über offizielle Kanäle überprüfen.


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