Pokémon Center informiert Kunden in Großbritannien und Deutschland über ein Datenleck beim Logistikdienstleister CEVA Logistics. Bei dem Vorfall könnten persönliche Daten und Bestellinformationen offengelegt worden sein. Gleichzeitig wurden einige betroffene Pokémon-Center-Bestellungen verzögert oder storniert.
Nach Angaben von Pokémon Center wurden keine Zahlungskartendaten offengelegt. Kunden haben jedoch von stornierten Bestellungen verschiedener Produkte berichtet.
Angriff auf CEVA Logistics betrifft Pokémon-Center-Kunden
Pokémon Center nutzt CEVA Logistics für die Abwicklung und Lieferung von Bestellungen, die in Großbritannien und Deutschland über PokemonCenter.com aufgegeben werden.
Angreifer kompromittierten die Systeme von CEVA zwischen dem 29. Juli und dem 1. August 2026. Das Unternehmen soll ab dem 30. Juli von einem Cyberangriff betroffen gewesen sein, der auch den Betrieb mehrerer europäischer Lagerhäuser beeinträchtigte.
Pokémon Center gibt an, dass Unbefugte möglicherweise Zugriff auf die vollständigen Namen, Postanschriften, E-Mail-Adressen und Telefonnummern von Kunden sowie auf Informationen über die bestellten Artikel erhalten haben.
Das Unternehmen hatte diese Informationen an CEVA weitergegeben, damit der Logistikdienstleister die Bestellungen bearbeiten und versenden konnte.
Zahlungsinformationen waren nicht betroffen
Pokémon Center erklärt, dass CEVA keinen Zugriff auf die Zahlungskartendaten seiner Kunden hat. Daher geht das Unternehmen nicht davon aus, dass Kartendaten bei dem Vorfall offengelegt wurden.
Wie viele Kunden von dem Datenleck bei Pokémon Center betroffen sind, wurde bislang nicht bestätigt. Zudem ist unklar, wie lange CEVA die betroffenen Liefer- und Bestelldaten gespeichert hatte.
CEVA ist ein großer europäischer Logistikdienstleister und eine Tochtergesellschaft des Transportkonzerns CMA CGM. Das Unternehmen betreibt rund 1.000 Lagerhäuser und wickelt jedes Jahr Millionen von Sendungen ab.
Derselbe Cyberangriff betraf auch Valve. Das Unternehmen informierte kürzlich europäische Kunden, die Steam-Hardware gekauft hatten, darüber, dass Angreifer auf Lieferinformationen zu ihren Bestellungen zugegriffen hatten.
Einige Kundenbestellungen wurden storniert
Pokémon Center hat einigen Kunden mitgeteilt, dass ihre jüngsten Bestellungen aufgrund eines unvorhergesehenen Problems bei der Auftragsabwicklung storniert wurden.
Auf der britischen Website des Händlers wird außerdem darauf hingewiesen, dass die Bearbeitung, der Versand und die Lieferung einiger Bestellungen länger als üblich dauern können.
Kunden haben seitdem von Stornierungen verschiedener Produkttypen berichtet. Erste Berichte betrafen begehrte Artikel aus der Kollektion zum 30-jährigen Jubiläum, während andere Kunden angaben, dass auch ihre regulären Merchandise-Bestellungen storniert wurden.
Pokémon Center hat nicht erklärt, warum einige Bestellungen storniert werden mussten, anstatt sie lediglich zu verzögern. Das Unternehmen hat außerdem nicht mitgeteilt, ob Kunden Ersatzbestellungen aufgeben können, sobald sich der Versandbetrieb wieder normalisiert hat.
Kunden sollten auf Phishing-Versuche achten
Kunden, die eine Benachrichtigung über das Datenleck bei Pokémon Center erhalten, sollten bei unerwarteten E-Mails, SMS oder Anrufen vorsichtig sein, die angeblich Rückerstattungen, Ersatzprodukte oder Lieferinformationen anbieten.
Kriminelle nutzen öffentlich bekannt gewordene Datenlecks häufig, um überzeugende Phishing-Nachrichten zu erstellen. Kunden sollten keine Links in unaufgeforderten Nachrichten anklicken und stattdessen direkt die offizielle Website von Pokémon Center aufrufen, wenn sie den Status einer Bestellung überprüfen möchten.


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