Ein Datenleck bei SafePal hat Bestellinformationen von rund 39.798 Kunden offengelegt. Der Anbieter von Hardware-Wallets für Kryptowährungen erklärte, dass Angreifer eine Schwachstelle im Bestellverfolgungssystem des Unternehmens ausnutzten und persönliche Daten zu Käufen zwischen März 2025 und April 2026 stahlen.

Ein Bedrohungsakteur behauptet nun, die gestohlenen Informationen in einem Cybercrime-Forum zum Verkauf anzubieten. Die Behauptung wurde jedoch nicht unabhängig bestätigt.

SafePal zufolge wurden bei dem Vorfall keine Seed-Phrasen, privaten Schlüssel, Passwörter, Zahlungskartennummern, Bankdaten oder amtlich ausgestellten Ausweisdokumente offengelegt. Das Unternehmen erklärte außerdem, keine Hinweise darauf gefunden zu haben, dass Angreifer Zugriff auf die Wallets oder Guthaben der Kunden erlangten.

Schwachstelle in der Bestellverfolgung legte persönliche Daten offen

Das SafePal-Datenleck legte Namen, E-Mail-Adressen, Lieferadressen, Telefonnummern und Kaufinformationen von Kunden offen.

SafePal leitete Anfang Mai 2026 eine Untersuchung ein, nachdem das Unternehmen einen Bericht erhalten hatte, der mit dem Problem übereinstimmte. Zunächst behandelte SafePal die Meldung als Einzelfall. Später weitete das Unternehmen die Untersuchung aus und führte zusätzliche Schutzmaßnahmen ein, als weitere Bedenken aufkamen.

Im Juli begann SafePal mit einer vollständigen Überprüfung und Überarbeitung seines Bestellverarbeitungssystems. Dabei entdeckte das Unternehmen eine Schwachstelle bei der Autorisierung in einem Plug-in zur Bestellverfolgung. Die Sicherheitslücke ermöglichte es unbefugten Nutzern, auf Bestellinformationen anderer Kunden zuzugreifen.

SafePal erklärte, die Schwachstelle behoben und zusätzliche Sicherheitskontrollen eingeführt zu haben. Das Unternehmen arbeitet außerdem mit einer externen Sicherheitsfirma zusammen, um die Behebung zu überprüfen und die gesamte Bestellverarbeitungsumgebung zu untersuchen.

Fehler bei der Datenspeicherung verlängerte den betroffenen Zeitraum

Während der Untersuchung entdeckte SafePal ein separates Konfigurationsproblem bei seinem Datenbereinigungsprozess. Das Problem verhinderte zwischen September 2025 und April 2026, dass der Prozess ordnungsgemäß funktionierte.

Dadurch bewahrte das Unternehmen einige Bestelldaten bis zurück in den März 2025 auf. Der betroffene Kaufzeitraum reicht vom 2. März 2025 bis zum 11. April 2026.

SafePal erklärte, die betroffenen persönlichen Daten von seinen aktiven E-Commerce-Servern entfernt zu haben. Das Unternehmen wird eine verschlüsselte Offline-Kopie für eine mögliche Verwendung durch Strafverfolgungsbehörden aufbewahren.

Am 16. August informierte das Unternehmen die betroffenen Kunden per E-Mail. SafePal stellte außerdem ein Online-Tool bereit, mit dem Kunden durch Eingabe ihrer Bestellnummer und des Lieferlandes überprüfen können, ob eine bestimmte Bestellung betroffen war.

Kriminelle behaupten, gestohlene SafePal-Daten zu verkaufen

Ein Verkäufer in einem Cybercrime-Forum behauptet, die gestohlenen SafePal-Kundendaten zum Verkauf anzubieten. Der Verkäufer nannte denselben betroffenen Bestellzeitraum und ungefähr dieselbe Anzahl an Kunden, die SafePal öffentlich bekannt gegeben hatte.

Der Bedrohungsakteur soll angeboten haben, Bestell-IDs und Lieferländer als Beweis bereitzustellen. Diese Angaben könnten über das Verifizierungstool von SafePal überprüft werden.

Kunden hatten bereits im Mai verdächtige Phishing-E-Mails und Telefonanrufe mit Bezug zu SafePal gemeldet. Bei einem gemeldeten Betrugsversuch wurde behauptet, dass eine Firmware-Schwachstelle die SafePal-X1-Wallet betreffe. Der Empfänger wurde dazu aufgefordert, ein Update zu installieren.

Kunden sollten auf gezielte Betrugsversuche achten

SafePal warnt davor, dass Kriminelle die offengelegten Informationen für Phishing- und Social-Engineering-Angriffe verwenden könnten. Kunden sollten bei unerwarteten Nachrichten oder Anrufen zu Firmware-Updates, Rückerstattungen, Rücksendungen oder rechtlichen Ermittlungen vorsichtig sein.

Das Unternehmen erklärte, mehr als 30 betrügerische Websites und Phishing-Links entfernt zu haben, die mit dem Vorfall in Verbindung standen.

Betroffene Kunden müssen ihre Hardware-Wallet nicht allein aufgrund des Datenlecks ersetzen oder ihre Kryptowährungen verschieben. Wer jedoch eine Seed-Phrase oder einen privaten Schlüssel mit einem Betrüger geteilt hat, sollte die Wallet als kompromittiert betrachten und die Guthaben auf eine neu erstellte Wallet übertragen, die über ein offizielles SafePal-Gerät oder die offizielle App eingerichtet wurde.

Fazit

Das SafePal-Datenleck legte sensible Bestellinformationen von Kunden offen, jedoch nicht die Zugangsdaten, die für den Zugriff auf Wallets oder Guthaben erforderlich sind. Kunden sollten weiterhin auf überzeugende Phishing-Versuche achten, bei denen ihre Kaufinformationen genutzt werden, um die Nachrichten glaubwürdig erscheinen zu lassen.


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