DDoS-Angriffe auf Threema führten Anfang dieser Woche zu erheblichen Störungen bei dem sicheren Schweizer Messaging-Dienst. Nutzer hatten Schwierigkeiten, Nachrichten zu senden und eine Verbindung zur Plattform herzustellen, da die Angriffe sowohl Threema als auch dessen Colocation-Partner betrafen.

Das Unternehmen erklärte, dass die Vorfälle den Dienst am Dienstagabend und Mittwochmorgen vorübergehend vollständig oder teilweise unerreichbar machten. Kunden von Threema On-Prem waren von den Störungen nicht betroffen, da sie ihre eigene Infrastruktur nutzen.

Threema ist eine kostenpflichtige Messaging-App mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die vom gleichnamigen Schweizer Unternehmen entwickelt wird. Das Unternehmen betreibt seine eigene Serverinfrastruktur in der Schweiz und verfolgt einen datenschutzorientierten Ansatz ohne Werbung, Profiling oder versteckte Datenanalysen.

Nutzer melden Verbindungs- und Zustellungsprobleme

Nutzer meldeten erstmals am Dienstag gegen 18:00 Uhr UTC Probleme mit dem Dienst. Threema erklärte zunächst, dass vermutlich ein Netzwerkausfall bei seinem Colocation-Partner die Störung verursacht habe.

Etwa eine Stunde später teilte das Unternehmen mit, dass es das Problem untersuche. Anschließend erklärte Threema, dass der Partner das Netzwerkproblem behoben habe und das Unternehmen daran arbeite, alle Dienste wiederherzustellen.

Am folgenden Tag meldeten Nutzer jedoch weiterhin Probleme. Einige Nutzer in der Schweiz, Indien und China berichteten, dass Nachrichten verspätet ankamen oder nicht gesendet werden konnten, obwohl die App eine bestehende Verbindung anzeigte.

Threema bestätigte später, dass eine Reihe von DDoS-Angriffen die Ausfälle verursacht hatte. Das Unternehmen warnte davor, dass Nutzer weiterhin zeitweise mit Problemen rechnen könnten, während es daran arbeitete, die Auswirkungen zu reduzieren.

Angreifer änderten während der Kampagne ihre Taktik

Die DDoS-Angriffe auf Threema erwiesen sich als schwierig abzuwehren, da der Bedrohungsakteur seine Angriffsmuster wiederholt änderte. Die Aktivitäten dauerten über einen längeren Zeitraum an und zwangen das Unternehmen, seine Schutzmaßnahmen während des gesamten Vorfalls kontinuierlich anzupassen.

DDoS-Angriffe überfluten ein Ziel mit Datenverkehr und verhindern dadurch, dass legitime Nutzer auf einen Online-Dienst zugreifen können. Viele Anbieter können diesen Datenverkehr herausfiltern, ohne dass Nutzer etwas davon bemerken. Große und sich ständig verändernde Angriffe können jedoch herkömmliche Schutzsysteme überlasten.

Threema erklärte, dass die Angriffe sowohl auf die eigene Infrastruktur als auch auf den Colocation-Partner Nine zielten. Das Unternehmen konnte nicht feststellen, ob die Angreifer speziell Threema ins Visier nahmen oder mehrere Ziele angriffen.

Der Vorfall beeinträchtigte auch Threemas Möglichkeiten, mit seinen Nutzern zu kommunizieren. Ein separates technisches Problem verhinderte, dass das Unternehmen seine Systemstatusseite aktualisieren konnte. Threema nahm die Seite daher offline, bis das Problem behoben werden konnte.

Geschäftskunden erhielten Informationen zu den Ausfällen

Threema informierte seine Threema-Work-Geschäftskunden am Mittwochmorgen per E-Mail. Kundenbetreuer stellten außerdem Informationen für Kunden bereit, die sich direkt an das Unternehmen wandten.

Organisationen, die Threema On-Prem nutzen, konnten unterdessen normal weiterarbeiten. Diese Kunden betreiben den Dienst über ihre eigene Infrastruktur, anstatt auf die gemeinsam genutzten Systeme von Threema angewiesen zu sein.

Threema führt zusätzlichen DDoS-Schutz ein

Nach dem Vorfall führte Threema einen spezialisierten DDoS-Schutz als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme ein. Der neue Schutz filtert schädlichen Datenverkehr bereits vorgelagert heraus, bevor er die Infrastruktur des Unternehmens erreicht.

Dieser Ansatz soll die Belastung der Threema-Systeme bei zukünftigen Angriffen reduzieren. Zudem könnte er dem Unternehmen dabei helfen, die Verfügbarkeit des Dienstes aufrechtzuerhalten, wenn Angreifer ihre Taktik ändern.

Fazit

Die DDoS-Angriffe auf Threema störten die Kommunikation von Nutzern weltweit und zeigten, wie hartnäckige Angriffe selbst gut vorbereitete Messaging-Plattformen vor Herausforderungen stellen können. Threema hat nun zusätzliche Maßnahmen zur Filterung des Datenverkehrs eingeführt, um den Schutz vor ähnlichen Vorfällen zu verbessern.


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