AMD hat Updates für zwei schwerwiegende TPM-Schwachstellen veröffentlicht, die mehrere Ryzen-Prozessoren in Windows-11-Geräten betreffen. Die AMD-TPM-Schwachstellen könnten es einem Angreifer mit erhöhten Berechtigungen ermöglichen, auf sensible TPM-Daten zuzugreifen oder Schutzfunktionen wie BitLocker und Windows Hello zu beeinträchtigen.
TPM schützt Schlüssel und Sicherheitsfunktionen von Windows 11
Das Trusted Platform Module, kurz TPM, ist eine hardwarebasierte Sicherheitskomponente, die kryptografische Aufgaben getrennt vom Hauptprozessor eines Computers verarbeitet.
TPM 2.0 kann Verschlüsselungsschlüssel, Passwörter, Zertifikate und andere sensible Daten speichern. Die Komponente hilft außerdem dabei, Zufallswerte zu erzeugen, Informationen zu ver- und entschlüsseln sowie digitale Signaturen zu überprüfen.
Windows 11 nutzt TPM 2.0 für mehrere Sicherheitsfunktionen. Dazu gehören Windows Hello für sichere Anmeldeoptionen und BitLocker, das Daten durch Laufwerksverschlüsselung schützt.
Da TPM 2.0 eine Systemanforderung für Windows 11 ist, könnten die AMD-TPM-Schwachstellen eine große Zahl von Geräten mit Ryzen-Prozessoren betreffen.
Zwei Schwachstellen betreffen AMD-Ryzen-Prozessoren
AMD hat die beiden Schwachstellen als CVE-2026-6726 und CVE-2026-6727 identifiziert.
Die Schwachstellen erhielten CVSS-Bewertungen von 8,5 beziehungsweise 8,3 und fallen damit beide in die Kategorie hoher Schweregrade.
Laut AMD benötigt ein Angreifer zunächst erhöhte Berechtigungen auf einem betroffenen System, bevor er die Schwachstellen ausnutzen kann. Anschließend könnte er schädliche Befehle an die TPM-2.0-Komponente bestimmter Ryzen-Prozessoren senden.
Ein erfolgreicher Angriff könnte es ermöglichen, im TPM gespeicherte Informationen auszulesen, darunter private kryptografische Schlüssel.
Angreifer könnten BitLocker und Windows Hello beeinträchtigen
Neben der Offenlegung von Daten könnten die Schwachstellen einem Angreifer ermöglichen, die Sicherheitsfunktionen des TPM zu deaktivieren.
Eine Deaktivierung des TPM könnte Windows-Funktionen beeinträchtigen, die auf diese Komponente angewiesen sind. Dadurch könnte BitLocker möglicherweise nicht mehr ordnungsgemäß funktionieren oder der Authentifizierungsschutz von Windows Hello geschwächt werden.
Die Voraussetzung erhöhter Berechtigungen begrenzt das Risiko eines nicht authentifizierten Fernangriffs. Angreifer, die bereits Administratorrechte erlangt haben, könnten die Schwachstellen jedoch nutzen, um lokale Sicherheitskontrollen zu schwächen und auf sensibles kryptografisches Material zuzugreifen.
Daher sollten die Updates zeitnah installiert werden, insbesondere auf Unternehmensgeräten, die vertrauliche Informationen verarbeiten oder BitLocker-Verschlüsselung verwenden.
AMD empfiehlt BIOS-Updates
AMD hat mit Mainboard-Herstellern zusammengearbeitet, um die Schwachstellen durch aktualisierte Platform-Initialization-Firmware zu beheben.
Nutzer sollten auf der Supportseite ihres Mainboard- oder Computerherstellers nach dem neuesten BIOS-Update suchen. Das Update sollte die erforderlichen Korrekturen der Platform-Initialization-Firmware enthalten, um die betroffenen TPM-Funktionen abzusichern.
Vor der Installation eines BIOS-Updates sollten Nutzer die Anweisungen des Herstellers sorgfältig befolgen und eine stabile Stromversorgung des Geräts sicherstellen. Unternehmen sollten Firmware-Updates außerdem im Rahmen ihrer üblichen IT-Prozesse testen, bevor sie diese flächendeckend verteilen.
Betriebssysteme, Firmware und Sicherheitstools auf dem neuesten Stand zu halten, bleibt entscheidend, um TPM-gestützte Sicherheitsfunktionen und die darin gespeicherten sensiblen Daten zu schützen.


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