Microsoft hat Sicherheitsupdates für die LegacyHive-Schwachstelle veröffentlicht, eine Zero-Day-Lücke in Windows, durch die ein lokaler Angreifer Administratorrechte erlangen könnte.

Die als CVE-2026-62832 geführte Schwachstelle betrifft den Windows User Profile Service. Microsoft behob das Problem mit den Patch-Tuesday-Updates vom August 2026, nachdem kurz nach den Juli-Updates ein öffentlicher Proof-of-Concept-Exploit erschienen war.

LegacyHive kann Administratorrechte ermöglichen

Die LegacyHive-Schwachstelle entsteht durch eine fehlerhafte Link-Auflösung vor dem Dateizugriff im Windows User Profile Service.

Microsoft zufolge kann ein authentifizierter Angreifer mit Zugangsdaten für ein anderes lokales Konto eine speziell präparierte Anwendung ausführen, um die Registry-Hive dieses Nutzers zu laden. Anschließend könnte der Angreifer auf Daten eines anderen Nutzers zugreifen, diese verändern und Administratorrechte erlangen.

Der Angriff erfordert keine Benutzerinteraktion. Der öffentliche Proof-of-Concept-Code benötigt jedoch zusätzliche Zugangsdaten, wodurch die Ausnutzung schwieriger ist als bei einigen früheren Windows-Zero-Day-Schwachstellen.

Der Sicherheitsforscher Nightmare Eclipse veröffentlichte nur wenige Stunden nach Microsofts Patch-Tuesday-Updates im Juli einen Proof of Concept für LegacyHive. Nach Angaben des Forschers zielte der Exploit auf eine Schwachstelle im Windows User Profile Service ab.

Der Schwachstellenanalyst Will Dormann erklärte später, dass ein Nutzer ohne Administratorrechte die Classes-Registry-Hive verändern und dadurch automatisch Code ausführen lassen könnte, sobald sich ein Administrator am betroffenen Gerät anmeldet.

Microsoft veröffentlicht Patch für CVE-2026-62832

Microsoft führt die Schwachstelle inzwischen als CVE-2026-62832 und veröffentlichte mit dem Patch Tuesday im August eine entsprechende Korrektur.

Das Unternehmen stufte die Schwachstelle als lokale Lücke zur Rechteausweitung ein. Microsoft hat Nightmare Eclipse nicht öffentlich als Entdecker genannt, sondern führt die Meldung auf einen anonymen Forscher zurück.

Bevor Microsoft sein offizielles Update veröffentlichte, bot 0Patch kostenlose temporäre Mikropatches für betroffene Systeme an. Diese deckten Windows 10 Version 2004 und neuer sowie Windows Server 2022 und neuer ab.

Organisationen, die diese vorübergehenden Schutzmaßnahmen eingesetzt haben, sollten dennoch so schnell wie möglich die offiziellen Sicherheitsupdates von Microsoft installieren.

Forscher hat mehrere Windows-Zero-Days veröffentlicht

Nightmare Eclipse hat seit April 2026 mehrere Proof-of-Concept-Exploits für Windows veröffentlicht. Die Schwachstellen betrafen unter anderem Microsoft Defender, BitLocker und weitere Windows-Komponenten.

Microsoft behob die Schwachstellen YellowKey, GreenPlasma und MiniPlasma bereits mit dem Patch Tuesday im Juni. Die RoguePlanet-Schwachstelle wurde im Juli geschlossen.

Andere gemeldete Schwachstellen, darunter ShieldBreak, BlueHammer, RedSun und UnDefend, verfügen weiterhin über keinen offiziellen Patch.

Die Reihe von Veröffentlichungen erhöht den Druck auf Administratoren, monatliche Windows-Updates zeitnah zu installieren und Systeme auf ungewöhnliche Aktivitäten im Zusammenhang mit lokaler Rechteausweitung zu überwachen.

Windows-Systeme zeitnah aktualisieren

Administratoren sollten die Sicherheitsupdates vom August auf allen unterstützten Windows-Endgeräten und Servern installieren. Zudem sollten sie Geräte überprüfen, auf denen nicht vertrauenswürdige Nutzer oder Konten mit eingeschränkten Berechtigungen lokalen Zugriff haben könnten.

Die LegacyHive-Schwachstelle ermöglicht keinen Remote-Angriff. Angreifer nutzen lokale Schwachstellen zur Rechteausweitung jedoch häufig, nachdem sie sich zuvor durch Phishing, Malware oder kompromittierte Zugangsdaten Zugriff auf ein System verschafft haben.

Durch schnelles Patchen lässt sich verhindern, dass ein eingeschränktes Benutzerkonto vollständige Administratorrechte erhält. Dadurch kann das Risiko einer umfassenderen Kompromittierung innerhalb einer Organisation reduziert werden.


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