Der Hardware-Wallet-Hersteller Trezor hat ein Datenleck bekannt gegeben, von dem fast 14.000 Kunden betroffen sind. Angreifer hatten zuvor Zugriff auf Systeme des Versand- und Logistikdienstleisters ShipMonk erlangt.

Bei dem Trezor-Datenleck wurden Bestelldaten von Kunden offengelegt, darunter Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Lieferadressen. Trezor erklärte, dass die eigenen Systeme nicht kompromittiert wurden und die Hardware-Wallets der Kunden weiterhin sicher sind.

Der Vorfall betrifft Kunden in den USA, Großbritannien, Schweden, Kolumbien, Brasilien, Italien und Portugal, die zwischen dem 10. Mai und dem 8. August 2026 Bestellungen erhalten haben.

Fast 14.000 Kunden betroffen

ShipMonk informierte Trezor am 10. August über einen unbefugten Zugriff auf Systeme, die Kundendaten enthielten.

Laut Trezor wurden bei 11.742 Kunden Name, E-Mail-Adresse, Telefonnummer und Lieferadresse vollständig offengelegt. Bei weiteren 1.947 Kunden waren Teile der Daten betroffen, darunter Name, Stadt und E-Mail-Adresse.

Trezor erklärte, dass der Vorfall weder den Betrieb noch die Dienste des Unternehmens beeinträchtigt habe. Das Unternehmen betonte außerdem, dass die Angreifer keinen Zugriff auf interne Systeme erlangten und keine Trezor-Geräte kompromittierten.

Die offengelegten Informationen könnten Kriminellen jedoch dabei helfen, überzeugende Phishing-Kampagnen zu erstellen. Angreifer könnten Namen, Adresse und Kaufhistorie eines Opfers nutzen, um sich als Trezor, eine Bank, eine Kryptobörse oder eine andere vertrauenswürdige Organisation auszugeben.

Trezor warnt betroffene Kunden deshalb davor, unerwarteten E-Mails, Telefonanrufen und Briefen zu vertrauen, in denen persönliche oder finanzielle Informationen verlangt werden.

ShipMonk-Datenleck mit Metabase-Schwachstelle verbunden

Trezor hat nicht alle technischen Details zum Angriff auf ShipMonk veröffentlicht. ShipMonk teilte betroffenen Kunden jedoch mit, dass die Angreifer eine Schwachstelle in der Analyseplattform Metabase eines Drittanbieters ausgenutzt hätten.

Das Unternehmen erklärte, Metabase habe es am 6. August über den Vorfall informiert. ShipMonk fügte hinzu, dass der Anbieter die Schwachstelle behoben und aktive Sitzungen ungültig gemacht habe. Gleichzeitig leitete das Logistikunternehmen gemeinsam mit externen Cybersicherheitsexperten eine Untersuchung ein.

Bei dem Problem in Metabase handelte es sich um eine kritische Zero-Day-Schwachstelle für SQL-Injection. Angreifer sollen sie genutzt haben, um Administratorzugriff auf betroffene Kundeninstanzen zu erhalten und Daten zu stehlen.

Auch Framework und Tally haben Kunden über Datenlecks informiert, die mit kompromittierten Metabase-Instanzen zusammenhängen. Berichten zufolge erhielt ShipMonk nach dem Vorfall zudem Erpressungs-E-Mails von der Gruppe ShinyHunters.

Kryptonutzer sind einem erhöhten Phishing-Risiko ausgesetzt

Das Trezor-Datenleck stellt ein besonderes Risiko dar, da Kriminelle Kryptonutzer häufig mit Social-Engineering-Angriffen ins Visier nehmen.

Betrüger könnten versuchen, Opfer zur Herausgabe ihrer Wallet-Wiederherstellungsphrasen zu bewegen, sie auf einer gefälschten Support-Website einzugeben oder Schadsoftware zu installieren. Ein seriöser Anbieter von Krypto-Wallets wird Kunden niemals auffordern, ihre Wiederherstellungsphrase preiszugeben.

Trezor hatte bereits im Januar 2024 einen Vorfall bei einem externen Support-Portal bekannt gegeben. Dabei könnten Namen, Benutzernamen und E-Mail-Adressen von rund 66.000 Nutzern offengelegt worden sein, die seit Dezember 2021 den Trezor-Support kontaktiert hatten.

Angreifer nutzten die gestohlenen Informationen später für Phishing-Angriffe, mit denen sie versuchten, die aus 24 Wörtern bestehenden Wiederherstellungsphrasen der Nutzer zu stehlen.

Kunden, die vom jüngsten ShipMonk-Vorfall betroffen sind, sollten jede Nachricht, die scheinbar von Trezor stammt, unabhängig überprüfen. Sie sollten unerwartete Links meiden, niemals ihre Wiederherstellungsphrase weitergeben und das Unternehmen bei Zweifeln über die offizielle Website kontaktieren.


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