Wesco hat bestätigt, dass das Unternehmen einen Cybersicherheitsvorfall untersucht, nachdem die Datenerpressungsgruppe ExfilSquad behauptet hatte, Informationen von dem Unternehmen gestohlen zu haben.
Der Distributor erklärte, dass der Sicherheitsvorfall bei Wesco die cloudbasierte CRM-Umgebung des Unternehmens betrifft. Wesco fügte hinzu, dass es mit seinem CRM-Anbieter zusammengearbeitet habe und nicht davon ausgehe, dass sensible Daten gefährdet seien.
Wesco erklärte außerdem, dass der Vorfall den Geschäftsbetrieb nicht beeinträchtigt habe. Nach Angaben des Unternehmens funktionieren seine Systeme weiterhin normal.
Unternehmen meldet keine Hinweise auf Schadsoftware
Ein Sprecher von Wesco erklärte, das Unternehmen habe den Vorfall schnell entdeckt und eine Untersuchung eingeleitet. Dabei wurden keine Hinweise auf Ransomware oder andere Schadsoftware in den IT-Systemen gefunden.
Das Unternehmen geht nach eigenen Angaben nicht davon aus, dass Zahlungskartendaten, Informationen zu Finanzkonten oder andere sensible Kunden- und Mitarbeiterdaten gefährdet sind.
Wesco hat nicht bekannt gegeben, wie der Dritte möglicherweise auf seine CRM-Umgebung zugegriffen hat. Das Unternehmen hat außerdem nicht bestätigt, welchen vollständigen Umfang die von dem Vorfall betroffenen Daten haben.
Damit besteht eine Diskrepanz zwischen der Einschätzung des Unternehmens und den Behauptungen der Erpressergruppe.
ExfilSquad behauptet, Millionen Datensätze gestohlen zu haben
ExfilSquad behauptete, 2,6 Millionen mit Wesco verbundene Datensätze gestohlen zu haben. Nach Angaben der Gruppe umfassten die Daten personenbezogene Informationen von Kunden und Mitarbeitern, Konto- und Kontaktdaten, CRM-Benutzerprofile, Unternehmenskennungen, Authentifizierungsmetadaten und zugriffsbezogene Informationen.
Berichten zufolge veröffentlichte die Gruppe Daten, nachdem eine Frist für Lösegeldverhandlungen abgelaufen war. Diese Behauptungen sind bislang nicht verifiziert.
Erpressergruppen stellen häufig weitreichende Behauptungen auf, um Opfer zur Zahlung zu drängen. Sie können außerdem Datenproben oder gestohlenes Material veröffentlichen, um den Druck zu erhöhen. Eine veröffentlichte Behauptung beweist jedoch nicht unabhängig die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Sensibilität der angeblichen Daten.
Wesco hat erklärt, dass das Unternehmen nicht davon ausgeht, dass sensible Informationen gefährdet sind. Weitere Einzelheiten zu den angeblichen Datensätzen wurden nicht bekannt gegeben.
Lieferkettenunternehmen ist weltweit tätig
Wesco vertreibt Produkte aus den Bereichen Elektrotechnik, Elektronik, Kommunikation, Sicherheit, Versorgungsinfrastruktur und Breitband. Das Unternehmen bietet Geschäftskunden außerdem Logistik- und Lieferkettendienstleistungen an.
Das Fortune-500-Unternehmen beschäftigt rund 21.000 Mitarbeiter. Es betreibt mehr als 700 Vertriebszentren, Logistikeinrichtungen und Verkaufsbüros in rund 50 Ländern.
Das Unternehmen erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 24 Milliarden US-Dollar. Aufgrund seiner Größe und weltweiten Geschäftstätigkeit könnte eine mögliche Offenlegung von CRM-Daten für Kunden, Mitarbeiter und Geschäftspartner von erheblicher Bedeutung sein.
Forscher haben Aktivitäten von ExfilSquad zuvor mit falsch konfigurierten Datentabellen in Microsoft Power Pages in Verbindung gebracht. Wesco hat weder einen Zusammenhang mit diesen Aktivitäten bestätigt noch den bei diesem Vorfall genutzten Zugriffsweg identifiziert.
Fazit
Der Sicherheitsvorfall bei Wesco wird weiterhin untersucht. ExfilSquad behauptet, umfangreiche CRM-Daten gestohlen zu haben, doch Wesco erklärt, keine Hinweise darauf gefunden zu haben, dass sensible Kunden- oder Mitarbeiterinformationen gefährdet sind. Weitere Einzelheiten könnten bekannt werden, sobald das Unternehmen und sein cloudbasierter CRM-Anbieter ihre Untersuchung abgeschlossen haben.


0 Kommentare zu „Wesco untersucht Sicherheitsvorfall nach Behauptung über Datendiebstahl“