Ein Cyberangriff auf Levi Strauss hat zum Diebstahl von Unternehmensdaten geführt, nachdem Angreifer Social Engineering eingesetzt hatten, um Zugriff auf die Geräte von drei Mitarbeitern zu erhalten.

Das Bekleidungsunternehmen erklärte, es habe den Vorfall entdeckt, den Angriff eingedämmt und eine Untersuchung eingeleitet. Zudem zog es externe Cybersicherheitsspezialisten hinzu, um die Reaktion auf den Vorfall zu unterstützen.

Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Angreifer keine Verbraucherdaten eingesehen oder kopiert haben. Stattdessen griffen sie auf Unternehmensinformationen zu, die auf den betroffenen Mitarbeitergeräten gespeichert waren, und entwendeten diese.

Angreifer nutzten Social Engineering

Levi Strauss erklärte, dass sich ein unbefugter Dritter durch Social Engineering Zugang zu den Systemen des Unternehmens verschafft habe. Das Unternehmen machte keine Angaben dazu, welche genaue Methode gegen die drei Mitarbeiter eingesetzt wurde.

Social-Engineering-Angriffe beruhen auf Manipulation und nicht allein auf der Ausnutzung einer technischen Schwachstelle. Kriminelle können sich als vertrauenswürdige Kontakte ausgeben, überzeugende Phishing-E-Mails versenden oder dringende Anfragen vortäuschen, um Mitarbeiter zur Herausgabe von Zugangsdaten zu bewegen.

Solche Kampagnen stellen weiterhin ein erhebliches Risiko für große Organisationen dar. Ein einziges kompromittiertes Mitarbeiterkonto oder Gerät kann Angreifern einen Einstieg in interne Systeme und Zugriff auf sensible Dateien ermöglichen.

Der Cyberangriff auf Levi Strauss zeigt, warum Unternehmen ihre Mitarbeiter auf irreführende Nachrichten und verdächtige Zugriffsanfragen vorbereiten müssen. Technische Sicherheitsmaßnahmen sind wichtig, doch aufmerksame Mitarbeiter können dazu beitragen, einen Angriff zu stoppen, bevor er die Unternehmenssysteme erreicht.

Unternehmen zufolge waren Verbraucherdaten nicht betroffen

Die Untersuchung dauert noch an. Levi Strauss erklärte jedoch, dass die vorläufigen Ergebnisse keine Hinweise darauf liefern, dass Verbraucherinformationen eingesehen, kopiert oder exfiltriert wurden.

Nach Angaben des Unternehmens bestand das gestohlene Material aus Unternehmensdaten, die sich auf den kompromittierten Geräten befanden. Betroffene Parteien und zuständige Aufsichtsbehörden wurden über den Vorfall informiert.

Levi Strauss erklärte außerdem, dass die Maßnahmen zur Eindämmung den Angriff beendet hätten. Der tägliche Geschäftsbetrieb lief während der Reaktion auf den Vorfall ohne Unterbrechungen weiter.

Das Unternehmen erwartet nicht, dass der Vorfall wesentliche Auswirkungen auf seine Geschäftsstrategie, seinen Betrieb oder seine Finanzergebnisse haben wird.

Levi Strauss war bereits zuvor von einem Kontoeinbruch betroffen

Dies ist nicht der erste Sicherheitsvorfall im Zusammenhang mit dem Bekleidungsunternehmen. Im Juni 2024 meldete Levi Strauss einen Credential-Stuffing-Angriff, von dem mehr als 72.000 Konten betroffen waren.

Beim Credential Stuffing testen Angreifer Kombinationen aus Benutzernamen und Passwörtern, die bei früheren Datenschutzverletzungen offengelegt wurden. Die Wiederverwendung von Passwörtern kann solche Angriffe erfolgreich machen, selbst wenn der ursprünglich kompromittierte Dienst keine direkte Verbindung zu dem angegriffenen Unternehmen hat.

Beim jüngsten Vorfall nutzten die Angreifer einen anderen Weg. Berichten zufolge setzten sie Social Engineering ein, um Mitarbeitergeräte zu kompromittieren, anstatt automatisierte Anmeldeversuche gegen Kundenkonten durchzuführen.

Fazit

Der Cyberangriff auf Levi Strauss verdeutlicht die anhaltende Gefahr durch Social-Engineering-Angriffe. Das Unternehmen erklärt, den Angriff schnell eingedämmt und keine Hinweise darauf gefunden zu haben, dass Verbraucherdaten betroffen waren. Dennoch zeigt der Vorfall, wie Angriffe auf Mitarbeiter wertvolle Unternehmensinformationen offenlegen können.


0 Kommentare zu „Cyberangriff auf Levi Strauss legt Unternehmensdaten offen“