Eine kritische Schwachstelle in Progress LoadMaster wird laut der US-amerikanischen Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA) derzeit aktiv bei Angriffen ausgenutzt. Die Sicherheitslücke ermöglicht es nicht authentifizierten Angreifern, aus der Ferne Befehle auf ungepatchten Geräten auszuführen.
Das Problem betrifft Kemp LoadMaster, einen Application Delivery Controller und Load Balancer, der von Unternehmen und Organisationen des öffentlichen Sektors zur Verwaltung des eingehenden Webverkehrs eingesetzt wird. Administratoren sollten die verfügbaren Sicherheitsupdates so schnell wie möglich installieren.
Kritische Schwachstelle ermöglicht Befehlsinjektion
Die als CVE-2026-8037 verfolgte Schwachstelle in Progress LoadMaster ist eine kritische Sicherheitslücke für Befehlsinjektionen. Angreifer können unbereinigte API-Eingaben an mehreren Befehlsendpunkten ausnutzen, um ohne Authentifizierung beliebige Befehle auszuführen.
Dies stellt ein erhebliches Risiko für exponierte oder ungepatchte Geräte dar. Sobald Angreifer Befehle ausführen können, sind sie möglicherweise in der Lage, Konfigurationen zu verändern, Malware zu installieren, Daten zu stehlen oder das kompromittierte System zu nutzen, um tiefer in das Netzwerk einer Organisation einzudringen.
Progress veröffentlichte im Juni Patches für die Schwachstelle. Betroffen sind Kemp LoadMaster GA-Versionen 7.2.63.1 und älter sowie LTSF-Versionen 7.2.54.17 und älter.
Betroffen sind außerdem alle MOVEit-WAF-Versionen vor der GA-Version 7.2.63.2.
CISA bestätigt aktive Ausnutzung
CISA nahm CVE-2026-8037 am Freitag in seinen Katalog der Known Exploited Vulnerabilities auf und bestätigte damit, dass Bedrohungsakteure die Schwachstelle in Progress LoadMaster aktiv ausnutzen.
Zivile US-Bundesbehörden müssen betroffene Systeme gemäß der Binding Operational Directive 26-04 innerhalb von drei Tagen absichern. Obwohl diese Vorgabe speziell für Bundesbehörden gilt, hat CISA alle Organisationen dazu aufgefordert, Gegenmaßnahmen zu priorisieren.
Die Behörde warnte, dass Schwachstellen dieser Art häufig von böswilligen Akteuren ausgenutzt werden und ein erhebliches Risiko für Unternehmensnetzwerke darstellen können.
Hunderte Instanzen bleiben weiterhin exponiert
Die Internet-Bedrohungsüberwachungsgruppe Shadowserver berichtet, dass fast 300 Kemp-LoadMaster-Instanzen im Internet erreichbar sind. In dieser Gesamtzahl sind jedoch auch Systeme enthalten, bei denen es sich möglicherweise um Honeypots handelt oder die bereits gepatcht beziehungsweise anderweitig geschützt sind.
Diese Unsicherheit verringert jedoch nicht die Notwendigkeit zu handeln. Organisationen, die LoadMaster einsetzen, sollten alle installierten Geräte identifizieren, deren Softwareversion überprüfen und die entsprechenden Updates unverzüglich installieren.
Sicherheitsteams sollten außerdem Protokolle und Geräteaktivitäten auf unerwartete API-Anfragen, ungewöhnliche Befehle, neue Administratorkonten oder Konfigurationsänderungen überprüfen. Diese Kontrollen können dabei helfen festzustellen, ob Angreifer versucht haben, die Schwachstelle vor der Installation des Patches auszunutzen.
Progress ist mit einem weiteren Sicherheitsproblem konfrontiert
Die Warnung folgt auf einen separaten Sicherheitsvorfall im Zusammenhang mit Progress ShareFile Storage Zone Controllers. Im vergangenen Monat forderte das Unternehmen Kunden auf, betroffene lokal betriebene Server herunterzufahren, nachdem eine glaubwürdige externe Bedrohung festgestellt worden war.
Progress veröffentlichte später Korrekturen für eine schwerwiegende Zero-Day-Schwachstelle für Pfadtraversierung in ShareFile. Das Unternehmen erklärte, keine Hinweise darauf gefunden zu haben, dass auf Kundenkonten oder Daten zugegriffen wurde.
Die aktive Ausnutzung von CVE-2026-8037 macht die Schwachstelle in Progress LoadMaster für betroffene Organisationen dennoch zum dringlicheren Problem. Das Patchen von mit dem Internet verbundenen Systemen sollte als unmittelbare Priorität behandelt werden.


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