Das niederländische Kaufhaus De Bijenkorf hat Kunden vor einem möglichen Datenschutzvorfall bei einem externen Logistikpartner gewarnt.
Ein unbefugter Dritter verschaffte sich Zugang zu Teilen der IT-Umgebung des Logistikpartners, in der kundenbezogene Bestellinformationen verarbeitet wurden. Das Kaufhaus erklärte, dass ein externes Cybersicherheitsunternehmen derzeit Ursache, Umfang und Auswirkungen des Vorfalls untersucht.
De Bijenkorf betonte, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass die eigenen Systeme betroffen seien. Allerdings könnten einige Kundendaten offengelegt worden sein. Deshalb fordert das Unternehmen seine Kunden auf, besonders wachsam gegenüber Phishing-Versuchen und anderen Betrugsmaschen zu sein.
Kunden- und Bestelldaten könnten betroffen sein
Erste Untersuchungsergebnisse deuten darauf hin, dass Angreifer möglicherweise auf personenbezogene Daten einer bislang unbekannten Zahl von De-Bijenkorf-Kunden zugegriffen haben.
Zu den möglicherweise betroffenen Informationen gehören:
- Namen
- Postanschriften
- E-Mail-Adressen
- Telefonnummern
- Bestellhistorien
- Namen von Geschäftskunden und Umsatzsteuer-Identifikationsnummern
Das Unternehmen betonte, dass keine Kreditkartendaten, Bankkontonummern, Benutzernamen oder Passwörter gestohlen wurden.
Dadurch wird das unmittelbare Risiko von Kontoübernahmen und direktem Zahlungsbetrug reduziert. Kontakt- und Bestelldaten können Betrügern jedoch weiterhin dabei helfen, besonders glaubwürdige Phishing-Nachrichten zu erstellen.
Kaufhaus warnt vor Phishing-Risiken
Der Datenschutzvorfall bei De Bijenkorf könnte Cyberkriminellen genügend persönliche Informationen liefern, um sich als De Bijenkorf, Paketdienst oder Kundendienst auszugeben.
So könnten Angreifer beispielsweise E-Mails versenden oder Kunden anrufen und sich auf ein verspätetes Paket, eine Rückerstattung, eine Rücksendung oder ein Kontoproblem beziehen. Eine Nachricht mit dem Namen, der Adresse oder Bestelldetails eines Kunden wirkt häufig deutlich glaubwürdiger als ein gewöhnlicher Phishing-Versuch.
De Bijenkorf riet seinen Kunden, keine Passwörter, Zahlungsinformationen oder andere sensible Daten per E-Mail oder Telefon weiterzugeben.
Kunden sollten außerdem bei unerwarteten Links, dringenden Zahlungsaufforderungen und Nachrichten vorsichtig sein, in denen sie aufgefordert werden, Kontodaten zu bestätigen. Im Zweifelsfall sollten sie das Unternehmen ausschließlich über die offizielle Website oder die bekannten Kundendienstkanäle kontaktieren.
Logistikpartner sperrte den Zugriff
Nach Angaben von De Bijenkorf reagierte der betroffene Logistikpartner unmittelbar nach der Entdeckung des Angriffs. Er sperrte den Zugriff auf seine digitale Umgebung und führte zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ein, um weitere unbefugte Aktivitäten zu verhindern.
Das Kaufhaus hat den Vorfall vorsorglich außerdem der niederländischen Datenschutzbehörde gemeldet.
Während die Untersuchung andauert, kann es zu längeren Bearbeitungszeiten bei Bestellungen, Rücksendungen und Rückerstattungen kommen. De Bijenkorf erklärte, dass die Filialen weiterhin geöffnet seien und Kunden auch weiterhin online bestellen könnten.
Sicherheitsvorfälle bei Drittanbietern bleiben ein Risiko für den Einzelhandel
Der Vorfall verdeutlicht die Sicherheitsrisiken, die durch externe Dienstleister entstehen können.
Einzelhändler sind häufig auf externe Unternehmen für Logistik, Lieferungen, Zahlungsabwicklung, Marketing und Kundensupport angewiesen. Selbst wenn das Netzwerk eines Händlers nicht betroffen ist, kann ein Sicherheitsvorfall bei einem dieser Partner dennoch zur Offenlegung von Kundendaten führen.
De Bijenkorf erklärte, die Situation weiterhin genau zu beobachten und die Untersuchung gemeinsam mit dem betroffenen Logistikpartner fortzusetzen. Kunden sollten besonders aufmerksam sein, wenn sie unerwartete Nachrichten im Zusammenhang mit kürzlich aufgegebenen Bestellungen oder Lieferungen erhalten.


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