Coca-Cola hat bestätigt, dass Hacker bei dem Ransomware-Angriff auf Fairlife Daten gestohlen haben. Der Angriff hatte Anfang dieses Monats die Produktion bei der Molkereitochter des Konzerns beeinträchtigt.
Der Getränkekonzern erklärte, dass sich ein unbefugter Dritter Zugang zu Teilen der Systeme von Fairlife verschafft und bestimmte Daten entwendet habe. Der Vorfall führte außerdem zu einer vorübergehenden Unterbrechung der Produktion.
Der Großteil der Produktion in den USA wurde inzwischen wieder aufgenommen. Einige Systeme und Betriebsabläufe werden laut Coca-Cola jedoch weiterhin wiederhergestellt.
Ransomware-Angriff störte Fairlife-Produktion
Coca-Cola machte den Cyberangriff erstmals am 16. Juli in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC öffentlich. Damals erklärte das Unternehmen, dass der Ransomware-Vorfall die Produktionsabläufe von Fairlife beeinträchtigt habe.
Fairlife produziert ultrafiltrierte Milch, Proteinshakes und Nährstoffgetränke. Das Unternehmen betreibt vier Produktionsstätten in den USA und erzielt jährlich mehr als 1 Milliarde US-Dollar im Einzelhandel.
Coca-Cola erklärte, dass vorhandene Lagerbestände dazu beitrugen, vorübergehende Produktengpässe infolge der Störung auszugleichen. Der Konzern betonte außerdem, dass die Qualität und Sicherheit der Produkte zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt gewesen seien.
Anubis bekannte sich zu dem Angriff
Wenige Tage nachdem Coca-Cola den Vorfall bekannt gegeben hatte, nahm die Ransomware-Gruppe Anubis Fairlife in ihre Erpressungsseite auf.
Die Gruppe behauptete, 1 TB an Unternehmensdateien gestohlen zu haben, und drohte mit deren Veröffentlichung, falls Fairlife kein Lösegeld zahle. Anubis behauptete außerdem, die Nutanix-Systeme von Fairlife verschlüsselt zu haben, wodurch das Unternehmen seine Daten nicht wiederherstellen könne.
Coca-Cola hat die technischen Behauptungen der Gruppe jedoch nicht bestätigt und auch keine Angaben zur Art oder Menge der gestohlenen Daten gemacht.
Das Unternehmen erklärte, den Angriff nach seiner Entdeckung den Behörden gemeldet zu haben. Coca-Cola folgte zudem nicht der Aufforderung der Angreifer, Verhandlungen aufzunehmen.
Gestohlene Daten sollen veröffentlicht worden sein
Coca-Cola hat inzwischen bestätigt, dass bei dem Ransomware-Angriff auf Fairlife Daten gestohlen wurden. Das Unternehmen hat jedoch nicht mitgeteilt, wessen Informationen betroffen sind oder welche Inhalte die gestohlenen Daten umfassen.
Die von Anubis gesetzte Frist für die Veröffentlichung der angeblich gestohlenen Dateien ist inzwischen abgelaufen. Die Gruppe hat Material, das nach eigenen Angaben von Fairlife stammt, zum Download bereitgestellt.
Es bleibt unklar, ob die veröffentlichten Daten authentisch und vollständig sind oder mit dem bestätigten Angriff in Verbindung stehen. Coca-Cola hat sich bislang nicht zu der Veröffentlichung geäußert.
Wiederherstellung nach dem Angriff läuft weiter
Die Produktion von Fairlife in den USA ist laut Coca-Cola inzwischen weitgehend wieder angelaufen. Das Unternehmen arbeitet weiterhin daran, die vom Angriff betroffenen Systeme und Betriebsabläufe vollständig wiederherzustellen.
Der Ransomware-Angriff auf Fairlife zeigt, wie schnell ein Cybervorfall die Produktion eines Konsumgüterunternehmens beeinträchtigen kann. Selbst wenn ausreichende Lagerbestände kurzfristige Ausfälle abfedern, kann die vollständige Wiederherstellung Zeit in Anspruch nehmen, wenn zentrale Betriebssysteme kompromittiert wurden.


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