Die Upbound Group hat mitgeteilt, dass ein Cyberangriff auf ihre Systeme zu Verlusten von rund 13 Millionen US-Dollar geführt hat, nachdem Cyberkriminelle gestohlene Kundendaten genutzt hatten, um betrügerische Lease-to-Own-Verträge über Acima abzuschließen.

Das Fintech-Unternehmen legte den Vorfall in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC offen. Nach Angaben von Upbound verschaffte sich eine unbefugte Partei Zugriff auf bestimmte nicht sensible Kundendaten sowie weitere Dokumente aus den Systemen des Unternehmens.

Die Angreifer nutzten diese Informationen anschließend, um Waren über die Lease-to-Own-Plattform von Acima zu erwerben. Acima bezahlte die teilnehmenden Händler wie üblich für die Waren, doch die Betrüger leisteten die vereinbarten Zahlungen nicht.

Gestohlene Kundendaten für Leasingbetrug genutzt

Laut Upbound betraf die betrügerische Aktivität das Acima-Geschäft im zweiten Quartal 2026.

Acima bietet Lease-to-Own-Finanzierungen über Einzelhandelspartner und E-Commerce-Websites an. Kunden können Produkte sofort erhalten und den Kaufpreis in Raten über einen längeren Zeitraum begleichen.

Nach Angaben von Upbound nutzten die Bedrohungsakteure gestohlene Kundendaten und Dokumente, um gefälschte Leasingverträge abzuschließen. Anschließend beschafften sie sich Waren über die Plattform.

Acima zahlte die Partnerhändler regulär aus. Die Personen hinter den betrügerischen Verträgen behielten jedoch die Waren und leisteten keine der vereinbarten Leasingzahlungen.

Dadurch entstanden Upbound finanzielle Verluste in Höhe von rund 13 Millionen US-Dollar.

Upbound leitete umgehend Gegenmaßnahmen ein

Upbound erklärte, unmittelbar nach der Entdeckung des Vorfalls Maßnahmen zur Eindämmung und Behebung eingeleitet zu haben.

Das Unternehmen zog externe Cybersicherheitsexperten hinzu, um die Untersuchung und Reaktion auf den Vorfall zu unterstützen. Zudem wurden stärkere Authentifizierungsmaßnahmen, zusätzliche Systeme zur Betrugserkennung und eine verbesserte Überwachung eingeführt.

Auch die US-Bundesbehörden wurden über den Angriff informiert. Upbound erklärte, im weiteren Verlauf der Untersuchung zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen.

Das Unternehmen hat bislang nicht bekannt gegeben, wie viele Kunden von dem Datenabfluss betroffen sein könnten. Ebenso bleibt unklar, welche Dokumente die Angreifer tatsächlich erlangten.

Unternehmen stuft Vorfall derzeit nicht als wesentlich ein

Nach Angaben von Upbound deuten die bislang vorliegenden Informationen nicht darauf hin, dass der Cyberangriff für Investoren wesentlich ist.

Das bedeutet, dass das Unternehmen den Vorfall derzeit nicht als so bedeutend einschätzt, dass er Anlageentscheidungen beeinflussen würde. Die Untersuchung dauert jedoch an, und die endgültigen Auswirkungen könnten sich ändern, wenn neue Erkenntnisse hinzukommen.

Bislang hat keine Ransomware-Gruppe oder Daten-Erpressungsorganisation die Verantwortung für das Upbound-Datenleck übernommen.

Acima ist ein wichtiger Bestandteil des Upbound-Portfolios

Die Upbound Group, früher unter dem Namen Rent-A-Center bekannt, betreibt mehrere Marken im Bereich alternativer Finanzierungs- und Lease-to-Own-Angebote.

Zum Portfolio gehören Acima Leasing, Rent-A-Center, Brigit und Upbound Mexico. Acima ist ein zentraler Bestandteil des Unternehmens und bietet Lease-to-Own-Verträge über Handelspartner und Online-Shops an.

Das Upbound-Datenleck zeigt, dass gestohlene Kundendaten weit mehr als nur Identitätsdiebstahl ermöglichen können. Wenn Kriminelle personenbezogene Daten und ergänzende Dokumente nutzen, um Finanzierungsverträge abzuschließen, können Unternehmen erhebliche finanzielle Schäden erleiden, bevor der Betrug entdeckt wird.


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