Südkorea hat einen Datenschutzvorfall bekannt gegeben, der aktuelle und ehemalige Mitarbeiter des Außenministeriums sowie im Ausland eingesetzte Diplomaten betrifft.

Angreifer hatten Berichten zufolge rund zehn Monate lang Zugriff auf die Online-Lernplattform der National Diplomatic Academy. Sie nutzten im April 2025 eine Schwachstelle auf einem Server aus und blieben bis Februar 2026 unentdeckt aktiv.

Nach Angaben des Außenministeriums waren mindestens 6.000 Personen von dem diplomatischen Datenleck in Südkorea betroffen. Rund 350 davon sind derzeit als Regierungsattachés im Ausland tätig.

Hacker verschafften sich Zugang zur diplomatischen Ausbildungsplattform

Die National Diplomatic Academy führte das Online-Schulungssystem im Jahr 2022 ein, um während der COVID-19-Pandemie Fernschulungen zu ermöglichen.

Seitdem wird die Plattform für Mitarbeiterschulungen und Videokonferenzen von Regierungsbediensteten genutzt. Ein unbekannter Bedrohungsakteur nutzte jedoch im April 2025 eine Schwachstelle auf einem der Server der Akademie aus.

Das Außenministerium erklärte, dass die Angreifer zwischen April 2025 und Februar 2026 auf personenbezogene Daten zugriffen und diese entwendeten.

Südkoreanische Medien berichten, dass die tatsächliche Zahl der Betroffenen näher bei 10.000 liegen könnte. Die Behörden haben diese höhere Zahl bislang jedoch nicht bestätigt.

Offengelegte Daten umfassen Namen und E-Mail-Adressen

Durch das diplomatische Datenleck in Südkorea wurden Benutzerkennungen, Namen, E-Mail-Adressen und verschlüsselte Passwörter von Personen offengelegt, die auf der Schulungsplattform registriert waren.

Nach Angaben des Außenministeriums wurden dabei keine Personenkennziffern, Mobiltelefonnummern, Privatadressen, Fotos oder andere besonders sensible Informationen offengelegt.

Einigen Berichten zufolge könnten auch offizielle Dienstbezeichnungen und Abteilungszugehörigkeiten zu den kompromittierten Daten gehören.

Auch wenn keine hochsensiblen Daten betroffen waren, könnten die offengelegten Informationen Angreifern dabei helfen, überzeugende Phishing-Nachrichten zu erstellen. Diplomaten und Regierungsmitarbeiter sind dadurch einem erhöhten Risiko gezielter Social-Engineering-Angriffe ausgesetzt.

Datenleck blieb monatelang unentdeckt

Der südkoreanische Nationale Geheimdienst entdeckte die Kompromittierung Berichten zufolge im Februar 2026 und informierte anschließend das Außenministerium.

Das Ministerium erklärte, die öffentliche Bekanntgabe sei wegen der sensiblen diplomatischen und sicherheitspolitischen Auswirkungen des Vorfalls verzögert worden. Zudem benötigten die Behörden Zeit, um den Vorfall zu untersuchen und das Ausmaß der betroffenen Daten zu bewerten.

Berichten zufolge befand sich der kompromittierte Server innerhalb der Zentrale des Ministeriums und unterlag nicht denselben regelmäßigen Sicherheitsprüfungen wie andere Systeme. Dadurch konnten die Angreifer möglicherweise über einen längeren Zeitraum unentdeckt bleiben.

Ministerium sperrt Plattform

Das Außenministerium hat den Zugriff auf die Online-Schulungsplattform gesperrt und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen eingeführt.

Zudem wurden die Betroffenen aufgefordert, wachsam gegenüber verdächtigen E-Mails und anderen unerwarteten Nachrichten zu bleiben. Mitarbeiter sollen potenziell schädliche Mitteilungen an die Sicherheitsabteilung des Ministeriums melden.

Das diplomatische Datenleck in Südkorea zeigt die Risiken staatlicher Schulungsplattformen und interner Systeme. Selbst Dienste für routinemäßige Verwaltungsaufgaben können Angreifern wertvollen Zugriff auf offizielle Identitäten, Kontaktdaten und organisatorische Informationen verschaffen.


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