Die Polizei hat die Kratos-Phishing-Plattform zerschlagen und den mutmaßlichen Entwickler in Indonesien festgenommen. Behörden in Deutschland und den USA beschlagnahmten im Rahmen der koordinierten Aktion mehr als 200 Server.

Durch den Einsatz wurde die zentrale Infrastruktur der Plattform außer Betrieb gesetzt. Nach Einschätzung der Ermittler ist der Phishing-Dienst dadurch nicht mehr funktionsfähig.

Kratos soll als Phishing-as-a-Service-Plattform betrieben worden sein. Sie ermöglichte Cyberkriminellen, Werkzeuge zur Erstellung und Verwaltung gefälschter Anmeldeseiten zu mieten.

Behörden gehen gegen globalen Phishing-Dienst vor

Die deutschen Behörden führten die Operation mit Unterstützung amerikanischer Strafverfolgungsbehörden durch. Die Ermittlungen richteten sich gegen Infrastruktur der Kratos-Phishing-Plattform an mehreren Standorten.

Nach Angaben der Behörden gehörte Kratos zu den weltweit am häufigsten genutzten kriminellen Phishing-Diensten. Ermittler bestätigten Opfer in 35 Ländern, insbesondere in Europa und den USA.

Schätzungsweise mehr als 1.800 kriminelle Kunden sollen Zugang zu dem Dienst erworben haben. Diese Nutzer sollen jeden Monat rund 15.000 Phishing-Kampagnen durchgeführt haben.

Jede einzelne Kampagne konnte Tausende potenzielle Opfer erreichen. Dadurch könnte die Plattform den großflächigen Diebstahl von Zugangsdaten weltweit ermöglicht haben.

Gefälschte Anmeldeseiten stahlen Zugangsdaten

Die Kratos-Phishing-Plattform bot Berichten zufolge Werkzeuge an, die Microsoft-Anmeldeseiten nachahmten. Kriminelle konnten damit täuschend echte Login-Formulare erstellen und an potenzielle Opfer verbreiten.

Ziel dieser Seiten war es, E-Mail-Adressen und Passwörter abzugreifen. Anschließend konnten die Angreifer die gestohlenen Zugangsdaten nutzen, um Konten zu übernehmen.

Kompromittierte Konten können für zahlreiche weitere Straftaten missbraucht werden. So können Kriminelle beispielsweise Daten stehlen, Phishing-E-Mails an Kontakte versenden oder Business-Email-Compromise-Angriffe (BEC) durchführen.

Der mutmaßliche Betreiber soll seit 2024 mindestens 300.000 Euro durch Abonnementgebühren verdient haben. Zum Umfang der finanziellen Ermittlungen machten die Behörden jedoch keine weiteren Angaben.

Beschlagnahmte Server könnten Kunden identifizieren

Im Rahmen der Operation Olympus Blade ersetzten die Behörden die Website der Plattform durch einen Beschlagnahmungshinweis. Darin hieß es, das FBI habe die Kontrolle über die Domain übernommen.

Die Ermittler werden nun die beschlagnahmten Server forensisch untersuchen. Die gewonnenen Daten könnten dabei helfen, Kunden des Dienstes zu identifizieren und weitere Phishing-Kampagnen aufzudecken.

Darüber hinaus erhalten die Ermittler Zugriff auf mögliche Informationen zu Abonnements, Kampagnenaktivitäten und weiteren technischen Daten. Diese Beweise könnten Grundlage für weitere Festnahmen oder Anklagen sein.

Fazit

Die Zerschlagung der Kratos-Phishing-Plattform hat einen bedeutenden Dienst außer Betrieb gesetzt, der zur massenhaften Erstellung betrügerischer Anmeldeseiten genutzt wurde. Auch wenn die Abschaltung laufende Kampagnen stoppen dürfte, werden die Ermittler die beschlagnahmte Infrastruktur weiter auswerten, um die mutmaßlichen Nutzer der Plattform zu identifizieren.


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