Das US-Justizministerium hat mehr als 1.000 Websites beschlagnahmt und 1.970 Domains gesperrt, die Spiele der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 illegal gestreamt haben.

Die Behörden führten das Vorgehen gegen WM-Piraterie im Rahmen der Operation Offsides durch. Die internationale Aktion richtet sich gegen Websites, die urheberrechtlich geschützte Sportinhalte ohne Genehmigung verbreiten.

An den Ermittlungen waren das National Intellectual Property Rights Coordination Center, Homeland Security Investigations Washington sowie Strafverfolgungsbehörden aus 54 Ländern beteiligt.

Operation Offsides nimmt illegale WM-Streams ins Visier

Die Strafrechtsabteilung des US-Justizministeriums leitete die Beschlagnahmung der Domains, nachdem sie Hinweise von FIFA, der Alliance for Creativity and Entertainment sowie mehreren Medienunternehmen erhalten hatte.

Zu den beteiligten Organisationen gehörten beIN Media Group, NBCUniversal, UFC und Warner Bros.

An der Operation Offsides waren 14 Partner aus 54 Ländern beteiligt. Bis Ende Juni hatten die Behörden im Rahmen der Aktion bereits Maßnahmen gegen fast 400 Webdomains ergriffen.

Das Justizministerium erklärte, dass illegale Streaming-Websites Risiken mit sich bringen, die über Urheberrechtsverletzungen hinausgehen. Viele Plattformen nutzen schädliche Werbung, unsichere Verbindungen und andere Methoden, die Besucher Malware oder Finanzbetrug aussetzen können.

Behörden schlossen auch Websites in Lateinamerika

Strafverfolgungsbehörden führten außerdem die Operation Red Card mit Unterstützung des Programms des US-Justizministeriums für internationale Computerkriminalität und geistiges Eigentum durch.

Dabei wurden Hunderte illegale Streaming-Websites in Argentinien, Ecuador, Peru, Brasilien, der Dominikanischen Republik und Kolumbien gesperrt.

Am 10. Juli starteten die Behörden eine zweite Phase der Aktion in Kolumbien. Dabei wurden vier mutmaßliche Mitglieder der Cybercrime-Gruppe Los Ciberinfiltrados festgenommen.

Den Ermittlern zufolge soll die Gruppe seit mindestens 2024 unbefugt auf Telekommunikationssysteme zugegriffen und anschließend raubkopierte Streaming-Inhalte verkauft haben.

Gefälschte FIFA-Websites nehmen ebenfalls Fans ins Visier

Das Vorgehen gegen WM-Piraterie folgt auf Warnungen vor Betrugsversuchen, die sich im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2026 gegen Fußballfans richten.

Im Mai warnte das FBI vor gefälschten Websites, die sich als offizielle FIFA-Dienste ausgaben. Die Seiten verkauften betrügerische Tickets und Hospitality-Pakete und versuchten, persönliche sowie finanzielle Daten der Opfer zu stehlen.

Mexikanische Behörden schalteten im Juni außerdem 44 Domains ab, die mit der Piraterieplattform PirloTV und einem Netzwerk für Sport-Streaming in Verbindung standen.

Nach Angaben der Ermittler verzeichneten diese Domains jährlich mehr als 950 Millionen Besuche. Rund 230 Millionen davon stammten aus Mexiko.


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