Ein Ransomware-Angriff auf Danone könnte Finanzberichte, Kundendaten und Tausende interne Unternehmensdateien offengelegt haben.
Die Ransomware-Gruppe Qilin behauptet, 221 GB Daten von dem globalen Lebensmittel- und Getränkehersteller gestohlen zu haben. Danone besitzt bekannte Marken wie Evian, Activia, Silk, International Delight, Volvic, AQUA und Actimel.
Danone hatte den Datendiebstahl jedoch nicht öffentlich bestätigt, als die Behauptung bekannt wurde. Daher bleiben das gesamte Ausmaß und die Folgen des mutmaßlichen Angriffs unklar.
Qilin bekennt sich zu dem Angriff
Qilin nahm Danone Anfang dieser Woche in seine Leak-Seite im Dark Web auf. Die Cybercrime-Gruppe behauptete, auf die internen Server des Unternehmens zugegriffen und 91.558 Dateien gestohlen zu haben.
Die Hacker veröffentlichten außerdem eine kleine Sammlung von Dokumenten als Beweis. Diese Beispiele sollen aus den Jahren 2023 bis 2025 stammen.
Die Dokumente scheinen jährliche und vierteljährliche Finanzübersichten zu enthalten. Darüber hinaus umfasst das Material Informationen zu Kundenkonten, Berichte über Kundenbeschwerden, Verkaufsunterlagen und Vertraulichkeitsvereinbarungen.
Qilin legte keine detaillierte Übersicht des gesamten gestohlenen Archivs vor. Daher bleibt unklar, wie viele persönliche oder wirtschaftlich sensible Informationen die Dateien enthalten.
Kunden- und Finanzdaten könnten offengelegt worden sein
Der mutmaßliche Ransomware-Angriff auf Danone könnte mehrere Kategorien von Unternehmensdaten betreffen.
Kundendatenbanken können Kontaktdaten, Kontoinformationen oder andere personenbezogene Angaben enthalten. Verkaufsberichte könnten unterdessen Geschäftsbeziehungen, Umsatzzahlen und interne Strategien offenlegen.
Vertraulichkeitsvereinbarungen können zudem Namen, Unterschriften und vertrauliche Angaben zu Partnern oder Projekten von Danone enthalten.
Die verfügbaren Beweise stellen jedoch nur einen kleinen Teil des angeblich 221 GB großen Archivs dar. Sie belegen nicht, dass sämtliche genannten Datenarten in der gesamten Sammlung vorkommen.
Es gibt auch keine Bestätigung dafür, dass der Angriff die Produktion störte oder Auswirkungen auf Danone-Produkte hatte. Außerdem hat Qilin nicht mitgeteilt, ob die Gruppe Systeme des Unternehmens verschlüsselte.
Danone ist in mehr als 120 Ländern aktiv
Danone gehört zu den weltweit größten Herstellern von Lebensmitteln und Getränken. Das Unternehmen wurde 1919 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Paris.
Seine Produkte sind in mehr als 120 Ländern erhältlich. Darüber hinaus betreibt Danone über 180 Produktionsstätten in 55 Ländern und beschäftigt mehr als 90.000 Mitarbeiter.
Das Unternehmen verfügt auch in den USA über eine bedeutende Präsenz. Das US-Geschäft umfasst 13 Produktionsstandorte, ein Forschungs- und Entwicklungszentrum sowie zwei Hauptsitze.
Danone meldete für 2025 einen Konzernumsatz von 27,3 Milliarden Euro. Ein Datendiebstahl aus den internen Systemen des Unternehmens könnte daher ein großes internationales Netzwerk aus Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten und Geschäftspartnern betreffen.
Qilin bleibt eine große Ransomware-Bedrohung
Sicherheitsforscher identifizierten Qilin erstmals im Jahr 2022. Seitdem hat sich die mit Russland in Verbindung gebrachte Ransomware-Gruppe zu einem der weltweit aktivsten Cybercrime-Akteure entwickelt.
Qilin greift üblicherweise Organisationen aus den Bereichen Fertigung, Gesundheitswesen, Finanzen, Einzelhandel, Transport und öffentliche Verwaltung an. Bei vielen Angriffen nutzt die Gruppe eine doppelte Erpressungsstrategie.
Zunächst stehlen die Hacker sensible Dateien aus dem Netzwerk ihres Opfers. Sie können außerdem Systeme verschlüsseln, um den normalen Betrieb zu stören. Schließlich droht die Gruppe mit der Veröffentlichung der gestohlenen Informationen, falls das Opfer kein Lösegeld zahlt.
Qilin soll im Jahr 2025 mehr als 1.000 Opfer aufgelistet haben. Bis Mitte Juli 2026 bekannte sich die Gruppe zu mehr als 700 weiteren Angriffen.
Zu den jüngsten Zielen gehörten Unternehmen aus den Bereichen Lebensmittelvertrieb, Gewerbeimmobilien, Transport und Gesundheitswesen sowie anderen großen Branchen.
Untersuchung der Behauptungen dauert an
Danone hatte zum Zeitpunkt der Berichterstattung keine ausführliche Stellungnahme zu dem Vorfall veröffentlicht. Daher ist noch unklar, wann die Angreifer Zugriff erhielten und welche Systeme sie möglicherweise kompromittierten.
Das Unternehmen hat auch nicht bestätigt, ob sich Kunden- oder Mitarbeiterdaten unter den gestohlenen Dateien befinden.
Bis Danone weitere Informationen veröffentlicht, sollten Qilins Aussagen als unbestätigte Behauptungen behandelt werden. Dennoch verdeutlicht der mutmaßliche Ransomware-Angriff auf Danone die wachsende Bedrohung für große Hersteller mit komplexen globalen Netzwerken.


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