Meta führt neue Schutzmaßnahmen für seine Meta-Smart-Brillen ein, nachdem das Unternehmen festgestellt hat, dass einige Besitzer die integrierte Aufnahmeanzeige absichtlich entfernt haben. Diese soll Personen in der Umgebung darauf hinweisen, wenn die Kamera aktiv ist.

Nach Angaben des Unternehmens begannen Nutzer zunächst damit, die Datenschutz-LED mit Klebeband zu überdecken. Später gingen einige sogar dazu über, sie vollständig herauszubohren. Als Reaktion hat Meta die Software aktualisiert, damit sie Manipulationen an der Hardware erkennt und die Kamerafunktionen betroffener Geräte automatisch deaktiviert.

Meta geht gegen Manipulationen der Datenschutz-LED vor

Die Aufnahmeanzeige, die als Capture LED bezeichnet wird, befindet sich auf der Vorderseite der Ray-Ban-Smart-Brillen von Meta.

Das kleine weiße Licht blinkt jedes Mal, wenn die Brille Fotos oder Videos aufnimmt. Meta bezeichnet die Funktion als wichtigen Datenschutzmechanismus, da sie Menschen in der Nähe darüber informiert, dass die Kamera verwendet wird.

Nach Angaben des Unternehmens versuchten einige Nutzer zunächst, die LED mit Klebeband abzudecken. Die Brillen waren jedoch bereits so entwickelt worden, dass sie diesen Trick erkennen und die Kamera automatisch deaktivieren.

Nun erklärt Meta, dass einige Nutzer noch weiter gegangen seien und die LED dauerhaft entfernt oder zerstört hätten.

Software erkennt jetzt Hardware-Manipulationen

Mit dem neuesten Update erweitert Meta sein System zur Erkennung von Manipulationen.

Statt lediglich zu prüfen, ob die LED abgedeckt ist, kann die Software nun erkennen, ob die Capture LED physisch verändert oder entfernt wurde.

Wird eine Manipulation festgestellt, verlieren die Meta-Smart-Brillen automatisch die Möglichkeit, Fotos und Videos aufzunehmen.

Das Unternehmen kündigte an, seine Erkennungssysteme mit künftigen Software-Updates weiter zu verbessern.

Ein Schwarzmarkt für Umbauten entstand

Meta zufolge nahmen Hardware-Modifikationen nach der Einführung der günstigeren Meta-AI-Brillen im Juni deutlich zu.

Gleichzeitig entstand ein inoffizieller Markt, auf dem sogenannte „Stealth Mode“-Umbauten gegen Bezahlung angeboten wurden.

Die ehemalige Wall-Street-Journal-Reporterin Joanna Stern machte die Praxis bekannt, nachdem sie selbst 100 US-Dollar bezahlt hatte, um die Aufnahme-LED aus ihrer Brille entfernen zu lassen.

Nach ihren Angaben fand sie entsprechende Angebote in Dutzenden US-Bundesstaaten. Die Preise lagen meist zwischen 50 und 100 US-Dollar.

Cybernews entdeckte außerdem eine Website, die trotz Metas Gegenmaßnahmen weiterhin die Entfernung der LED für rund 120 US-Dollar anbot.

Meta verschärft sein Vorgehen

Die Maßnahmen des Unternehmens beschränken sich nicht nur auf die Brillen selbst.

Meta erklärt, Facebook-Marketplace-Angebote, Anzeigen und Beiträge in sozialen Netzwerken zu entfernen, die Dienstleistungen zur Entfernung der LED bewerben.

Zudem warnt das Unternehmen, dass Firmen und Einzelpersonen, die solche Umbauten anbieten, mit rechtlichen Schritten rechnen müssen.

Konten, die entsprechende Dienstleistungen bewerben, können außerdem dauerhaft von Metas Plattformen ausgeschlossen werden.

Nutzer sind geteilter Meinung

Das Update hat unter Besitzern von Meta-Smart-Brillen eine lebhafte Diskussion ausgelöst.

Einige Nutzer erklärten, sie verwendeten die Kamera nur selten und würden lieber die Möglichkeit erhalten, sie dauerhaft zu deaktivieren oder ein Modell ohne Kamerafunktion zu kaufen.

Andere kritisierten, dass die blinkende Aufnahmeanzeige bei Konzerten, Sportveranstaltungen oder beim Filmen von Kindern störend sei.

Mehrere Kritiker stellten außerdem infrage, ob Meta Hardware deaktivieren sollte, die Kunden rechtmäßig gekauft haben und besitzen.

Update wird schrittweise eingeführt

Meta teilte mit, dass das Update schrittweise ausgerollt wird, bevor es für alle kompatiblen Brillen verpflichtend wird.

Einige Nutzer berichten bereits, Hinweise erhalten zu haben, dass bestimmte Funktionen nicht mehr verfügbar sein könnten, wenn sie die neueste Software nicht installieren.

Der Zeitpunkt ist bemerkenswert, da aktuelle Berichte darauf hindeuten, dass Meta bereits an einer neuen Generation von KI-Brillen arbeitet, die ihre Umgebung ohne sichtbare Aufnahmeanzeige erfassen könnten.

Diese Berichte haben die Diskussion über Datenschutz, Transparenz und die Frage neu entfacht, wie tragbare KI-Geräte ihre Umgebung informieren sollten, wenn eine Kamera aktiv ist.


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