Ein ehemaliger Ransomware-Verhandler wurde zu 70 Monaten Haft verurteilt, weil er an BlackCat-Angriffen auf Organisationen in den USA mitgewirkt hatte.
Angelo Martino arbeitete zuvor für das Incident-Response-Unternehmen DigitalMint. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft beteiligte er sich an Ransomware-Operationen, während er gleichzeitig Verhandlungen im Namen der Opfer führte.
An dem Vorgehen waren außerdem zwei weitere ehemalige Ransomware-Verhandler beteiligt. Alle drei bekannten sich schuldig, an Kampagnen der Ransomware-Gruppe BlackCat, auch bekannt als ALPHV, mitgewirkt zu haben.
BlackCat-Angriffe Trafen US-Organisationen
Das FBI bringt BlackCat mit mehr als 60 Sicherheitsverletzungen zwischen November 2021 und März 2022 in Verbindung.
Später erklärten die Behörden, dass die Gruppe mindestens 300 Millionen US-Dollar von mehr als 1.000 Opfern erpresst habe. Die Zahl basiert auf Zahlungen bis September 2023.
Der 41-jährige Martino bekannte sich wegen seiner Beteiligung an mehreren Angriffen schuldig. Er arbeitete mit Kevin Tyler Martin (28) und Ryan Clifford Goldberg (33) zusammen.
Beide Männer waren ebenfalls als Ransomware-Verhandler tätig. Im Dezember bekannten sie sich der Verschwörung zur Behinderung des Handels durch Erpressung schuldig.
Martin und Goldberg wurden im Mai jeweils zu vier Jahren Haft verurteilt.
Martino Agierte Als BlackCat-Affiliate
Martino tauchte erstmals als „Co-Conspirator 1“ in einer Anklageschrift auf, die im Oktober 2025 eingereicht wurde.
Im März veröffentlichten Gerichtsunterlagen identifizierten ihn anschließend namentlich.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft arbeitete Martino zwischen April 2023 und April 2025 mit Goldberg und Martin zusammen.
Die drei agierten als Affiliates von BlackCat. Sie stahlen Daten, verschlüsselten Systeme und forderten Lösegeld.
Außerdem drohten sie damit, gestohlene Informationen zu veröffentlichen, falls die Opfer die Zahlung verweigerten.
Für den Zugang zu den Ransomware-Werkzeugen und dem Erpressungsportal von BlackCat zahlten sie 20 Prozent sämtlicher Lösegelder an die Administratoren der Gruppe.
Verhandler Gab Vertrauliche Opferdaten Weiter
Die Staatsanwaltschaft wirft Martino außerdem vor, seine Position als Ransomware-Verhandler missbraucht zu haben.
Während er fünf Opfer vertrat, soll er vertrauliche Informationen an die Betreiber von BlackCat weitergegeben haben.
Dazu gehörten Deckungssummen von Cyberversicherungen sowie Verhandlungsstrategien.
Diese Informationen halfen den Angreifern dabei, die Zahlungsfähigkeit der einzelnen Opfer einzuschätzen. Gleichzeitig stärkten sie dadurch ihre Position während der Lösegeldverhandlungen.
Opfer Zahlten Millionensummen
Die Gruppe griff mindestens fünf Organisationen in den USA an.
Ein Finanzdienstleistungsunternehmen zahlte 25,66 Millionen US-Dollar Lösegeld. Eine gemeinnützige Organisation überwies 26,793 Millionen US-Dollar.
Zu den weiteren Opfern gehörten Schulbezirke, medizinische Einrichtungen, Anwaltskanzleien und Finanzdienstleister.
Der Fall zeigt, wie Insiderzugang Ransomware-Operationen stärken kann. Er verdeutlicht außerdem den Schaden, der entsteht, wenn vertrauenswürdige Verhandler mit Cyberkriminellen zusammenarbeiten.
DigitalMint Verurteilt Das Verhalten Ehemaliger Mitarbeiter
Der Geschäftsführer von DigitalMint, Jonathan Solomon, hatte das Verhalten der Beteiligten bereits zuvor scharf kritisiert.
Er erklärte, das Unternehmen habe Martin und Martino sofort entlassen, nachdem ihre Aktivitäten bekannt geworden waren.
Solomon betonte außerdem, dass ihr Verhalten gegen die Werte des Unternehmens, ethische Standards und geltendes Recht verstoßen habe.
Die Urteile schließen ein weiteres Kapitel der Ermittlungen gegen die BlackCat-Ransomware-Gruppe ab. Gleichzeitig wirft der Fall grundsätzliche Fragen zum Vertrauen in Anbieter von Ransomware-Response-Diensten auf.


0 Kommentare zu „Ehemaliger Ransomware-Verhandler Wegen BlackCat-Angriffen Zu Haft Verurteilt“