Angreifer manipulierten zwei Websites der US-Armee und ersetzten deren 404-Fehlerseiten durch politische Botschaften gegen Präsident Donald Trump sowie zur Unterstützung eines unabhängigen Kurdistans.
Betroffen waren Websites des Army’s Artificial Intelligence Integration Center (AI2C) und des Open Innovation Lab (OIL). Nach Angaben der Armee verschafften sich die Angreifer lediglich Zugriff auf eine veraltete Webinfrastruktur. Hinweise auf einen Zugriff auf militärische Netzwerke oder operative Systeme fanden die Behörden nicht.
Angreifer veränderten die 404-Fehlerseiten
Die Startseiten der Websites ließen die Angreifer unverändert. Stattdessen manipulierten sie die Seiten, die erscheinen, wenn Besucher ungültige oder nicht verfügbare URLs aufrufen.
Die gefälschten 404-Seiten enthielten Botschaften gegen Donald Trump, Kritik am US-Botschafter in der Türkei Tom Barrack sowie Unterstützung für die Kampagne „Free Kurdistan“. Die Inhalte erschienen ausschließlich auf fehlerhaften Links. Besucher, die die Startseiten aufriefen, sahen die regulären Inhalte.
Mit dieser Methode konnten die Angreifer politische Botschaften verbreiten, ohne die Hauptfunktionen der Websites zu beeinträchtigen.
Forscher vermuten eine veraltete WordPress-Plattform
Die US-Armee hat bislang nicht erklärt, wie sich die Angreifer Zugriff verschafften.
Der Cybersicherheitsforscher Ronald Lovelace, der den Vorfall als Erster meldete, erklärte, dass beide Websites offenbar auf WordPress liefen. Seiner Einschätzung nach ermöglichten verwundbare Plugins oder Schwachstellen in der Hosting-Umgebung den Austausch der Vorlage für die 404-Fehlerseite.
Die Armee hat diese Vermutung bislang nicht bestätigt. Die Ermittlungen dauern an.
US-Armee erklärt militärische Netzwerke für sicher
Nach Angaben der Armee betrieb ein externer Dienstleister die betroffenen Websites auf einer veralteten Plattform. Dieser Dienst ist von der primären Infrastruktur der Armee getrennt.
Die Ermittler fanden keine Hinweise darauf, dass die Angreifer interne Netzwerke, operative Systeme oder sensible militärische Daten erreichten.
Vorsorglich nahm die Armee beide Websites vom Netz, während die Ermittler den Vorfall untersuchten und die betroffenen Dienste wiederherstellten.
Veraltete Behörden-Websites bleiben ein Sicherheitsrisiko
Der Vorfall zeigt, dass ältere Behörden-Websites weiterhin erhebliche Sicherheitsrisiken bergen. Viele Organisationen konzentrieren sich auf den Schutz kritischer Infrastruktur, während Angreifer gezielt veraltete öffentlich erreichbare Plattformen ins Visier nehmen.
Ältere Websites erhalten häufig nicht denselben Wartungsaufwand wie zentrale Systeme. Dadurch können Angreifer veraltete Software oder Fehlkonfigurationen ausnutzen. Selbst ohne Zugriff auf sensible Netzwerke können sie politische Botschaften verbreiten, das Vertrauen der Öffentlichkeit beschädigen und große Aufmerksamkeit erzeugen.


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