Die belgischen Behörden haben einen 19-jährigen Mann festgenommen, der eine führende Rolle in einer belgischen Phishing-Bande gespielt haben soll, die Opfer in ganz Europa ins Visier nahm. Nach Angaben der Ermittler erbeutete das Netzwerk Hunderttausende Euro, indem sich die Täter als Bankmitarbeiter ausgaben, ihre Opfer zur Installation von Fernzugriffssoftware überredeten und die Erlöse über Kryptowährungen sowie ausländische Bankkonten wuschen.
Die Polizei bezeichnet die Festnahme als wichtigen Schritt in den laufenden Ermittlungen, deren Ziel die Zerschlagung der gesamten kriminellen Organisation ist.
Belgische Phishing-Bande nahm Opfer in ganz Europa ins Visier
Nach Angaben der belgischen Bundespolizei gehört der Festgenommene zu den mutmaßlichen Anführern einer belgischen Phishing-Bande, die von Belgien und den Niederlanden aus operierte.
Die Ermittler erklären, dass Mitglieder der Gruppe ihre Opfer per E-Mail und Telefon kontaktierten und sich dabei als Mitarbeiter seriöser Banken ausgaben.
Die Betrüger brachten ihre Opfer dazu, Fernzugriffssoftware auf ihren Computern zu installieren. Sobald der Zugriff eingerichtet war, konnten die Angreifer die Geräte übernehmen und auf die Online-Banking-Konten zugreifen.
Nach Einschätzung der Behörden wurden Dutzende Opfer in mehreren europäischen Ländern geschädigt.
Polizei wirft der Gruppe groß angelegten Betrug und Geldwäsche vor
Die Ermittler schätzen, dass die belgische Phishing-Bande weit mehr als eine halbe Million Euro gestohlen hat.
Nach Angaben der Polizei nutzte die Gruppe Geldkuriere und sogenannte Money Mules, um die gestohlenen Gelder über ausländische Bankkonten weiterzuleiten, bevor sie die Erlöse mithilfe von Kryptowährungen wusch.
Die Ermittler werfen dem festgenommenen 19-Jährigen vor, sowohl den digitalen Betrug als auch die Geldwäsche in großem Umfang organisiert zu haben.
Verdächtiger nach Rückkehr aus Dubai festgenommen
Die Polizei nahm den 19-Jährigen vergangene Woche nach seiner Rückkehr aus Dubai fest.
Nach Angaben der Ermittler reiste der Verdächtige mehrfach mit Bankkarten seiner Opfer in die Vereinigten Arabischen Emirate.
Die Beamten nahmen ihn in einer Airbnb-Unterkunft in Antwerpen fest, wo er sich gemeinsam mit einer weiteren Person aufhielt.
Warum die zweite Person nicht festgenommen wurde, erklärte die Polizei nicht.
Ermittlungen dauern weiter an
Die belgische Bundespolizei leitete die Ermittlungen im März 2026 ein.
Die Behörden arbeiten nun daran, weitere Mitglieder der belgischen Phishing-Bande zu identifizieren, gestohlene Gelder zurückzuholen und das gesamte kriminelle Netzwerk zu zerschlagen.
Wie viele weitere Verdächtige derzeit noch im Fokus der Ermittlungen stehen, teilte die Polizei bislang nicht mit.
Polizei ruft die Bevölkerung zu erhöhter Wachsamkeit auf
Nach der Festnahme forderte die belgische Bundespolizei die Bevölkerung auf, bei E-Mails und Telefonanrufen, die angeblich von Banken oder Behörden stammen, besonders vorsichtig zu sein.
Die Polizei betont, dass seriöse Organisationen niemals unaufgefordert sensible Bankdaten per E-Mail oder über verdächtige Links anfordern.
Außerdem weisen die Behörden darauf hin, dass weder Banken noch staatliche Stellen Mitarbeiter zu Kunden schicken, um Bankkarten persönlich abzuholen.
Die Ermittler empfehlen allen, die verdächtige Nachrichten oder unerwartete Anfragen zu Bankdaten erhalten, sich direkt über offizielle Kontaktwege an ihre Bank zu wenden, anstatt auf die Nachricht zu reagieren.


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